Aktuelle News
19. März 2010
Karriereende mit Bronze versüßt - Josef Giesen von Problemen mit der Biathlon-Waffe unbeeindruckt

(asa) Die Verbeugung vor seinem Publikum im Skistadion von Callaghan Valley war so tief, als würde die schwere Bronzemedaille bereits an seinem Hals hängen. Mit dem dritten Platz im Biathlon-Langstreckenrennen der Paralympics von Vancouver und damit einem erhofften Erfolgserlebnis beendete der Herzlakener Josef Giesen am Mittwoch seine große internationale Karriere.

„Dieses Bronze glänzt für mich wie Gold“, fasst der 48-Jährige seine Eindrücke nach einem „sehr schweren Wettkampf auf einer äußerst anspruchsvollen Strecke“ zusammen. Angesichts der bereits bei den Weltcuprennen im Vorfeld von der Konkurrenz gezeigten Laufleistungen hatte der Contergangeschädigte beim Rennen über 12,5 Kilometer ganz auf die Karte Schießen gesetzt und bis kurz vor den entscheidenden beiden Wettkämpfen in Whistler noch an seiner Waffe getüftelt.

Doch ausgerechnet das ansonsten so zuverlässige Gerät im chicen deutsch-kanadischen Design sorgte für eine Riesenschrecksekunde. Nach zwei fehlerfreien und erneut schnellen Fünfer-Serien, die Josef Giesen bei der Fünf-Kilometer-Zwischenzeit auf Platz zwei gebracht hatten, klemmte beim Repetieren nach dem ersten Schuss das Magazin. Hilfe seitens der Helfer des Organisationskomitees und seines deutschen Betreuers war zwar schnell zur Stelle, doch rund 20 Sekunden gingen Giesen ausgerechnet dort verloren, wo er eigentlich Zeit gutmachen wollte. „Man darf sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen“, blickte der Routinier auf diese entscheidenden Momente zurück. Kalt wie eine Hundeschnauze jagte er die vier ausstehenden Schüsse sicher und schnell ins Ziel und vermied damit die Strafminuten, die ihn hätten entscheidend zurückwerfen können.

Einen Fehler durfte sich Josef Giesen dann beim vierten und letzten Schießen gegenüber dem auf Position vier folgenden Verfolgungs-Weltmeister Kirill Mikhaylov leisten, und genau einmal blieb eine Scheibe auch stehen. Zusammen mit Silbermedaillengewinner Grigorii Vovchynskyi (39:28,5/1) erzielte das „Nordlicht“ im deutschen Ski nordisch Team die beste Schießleistung aller Starter und holte im Schneefall und bei Temperaturen von knapp zwei Grad in der Gesamtzeit von 41:25,0 vor Mikhaylov (41:47,0/6) den untersten Platz auf dem Siegerpodest der Medal Plaza. Paralympicsieger wurde der Norweger Nils-Erik Ulset (38:29,4/2).

Mit dem persönlichen Erfolg an einem mit insgesamt sechs Medaillen für die gesamte deutsche Mannschaft sehr erfolgreichen Tag war für Josef Giesen auch die leichte Enttäuschung am Beginn seiner letzten Paralympics endgültig vergessen. Nach Vorgesprächen beim Abschluss-Trainingslager in Toblach hatte er sich zum Abschied große Chancen ausrechnen dürfen, bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne zu tragen; die Mannschaftsleitung hatte sich dann für Frank Höfle entschieden. „Jetzt werde ich die letzten Tage hier noch genießen“, kündigte er an, ehe am Montag nach der großen Schlussfeier mit der Rückkehr ins Emsland ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
15. März 2010
Mit Platz vier hundertprozentig zufrieden - Josef Giesen im Biathlon-Verfolgungsrennen von Whistler knapp an Bronze vorbei

(asa) Welch eine Dramatik, welch ein Jammer. Nach einer grandiosen Vorstellung beim Schießen und einem fantastischen Kampf bis auf die Ziellinie verpasste der Herzlakener Josef Giesen die ersehnte Medaille im ersten Versuch bei seiner letzten Teilnahme an Paralympics nur um eine Fußbreite. In der Biathlon-Verfolgung von Whistler belegte der Contergangeschädigte mit sieben Zehntelsekunden Rückstand auf den Ukrainer Grygorii Vovchynskyi den undankbaren vierten Platz, hatte seine vielleicht aufgekommene Enttäuschung aber schnell wieder überwunden: "Für andere ist Rang vier vielleicht ein Blechplatz; für mich aber ein ganz tolles Ergebnis. Ich bin hundertprozentig zufrieden."

Der 48-Jährige hat sich in den letzten Jahren zu einem Spezialisten der Wimpernschlag-Entscheidungen entwickelt. Bei den letzten Paralympics 2006 in Turin fehlte im 7,5 Kilometer-Rennen genau eine Sekunde zu Gold, das sich der Russe Rustam Garifoullin schnappte. Vor Jahresfrist lag Giesen in dem mittlerweile neu eingeführten Verfolgungsrennen drei Sekunden hinter dem Norweger Nils Erik Ulset, - wieder gab es Silber.

Und genau diese drei Sekunden trennten auf der Biathlonanlage im Callaghan Valley auch diesmal Ulset und Josef Giesen nach dem Prolog, der trotz der aus seiner Sicht nicht optimalen Bedingungen weitgehend nach den Vorstellungen des Emsländers verlaufen war. Auch seine Befürchtungen, die Strecke könnte wegen des Neuschnees zu weich sein, erfüllten sich nicht: "Die Organisatoren hatten im Gegensatz zum Training alles perfekt präpariert." Gelohnt hat sich bis dahin das intensivierte Schießtraining, auf das Josef Giesen auch im eigentlichen Rennen der besten zwölf Teilnehmer der stehenden Klasse bauen konnte. Während die Konkurrenz jeweils auf den drei anspruchsvollen Laufrunden von jeweils rund einem Kilometer Länge vor allem beim Anstieg deutlich sichtbar Zeit gut machte, schob sich Giesen nach zwei nicht nur fehlerfreien, sondern auch blitzschnellen und bombensicheren Schießeinlagen jeweils in Front, bewundert auch vom Stadionsprecher: "Giesen, what a shooter!" Nachdem die unmittelbaren Konkurrenten Kyrill Mikhailov und Nils-Erik Ulset aber nicht all zu viel Rückstand aufwiesen, war bereits eingangs der letzten Runde klar, dass es für den Routinier aus dem Emsland "nur" noch um die Bronzemedaille gehen würde.

Bis auf die Zielgerade hielt Josef Giesen dem Ansturm des immer mehr aufkommenden Vovchynskyi stand. Die meisten der Zuschauer auf der Tribüne und viele vor denn Fernsehgeräten bei der Direktübertragung von Eurosport drückten dem Deutschen die Daumen, der sich aber hauchdünn geschlagen geben musste und nach dem Zieleinlauf erst einmal total ausgepumpt liegen blieb. Trost holte er sich anschließend bei seiner auf der Tribüne mitfiebernden Frau Heike, und gemeinsam feierten sie mit der deutschen Kolonie anschließend noch die erste Goldmedaille durch die blinde Verena Bentele. Seine zweite Chance auf Edelmetall folgt am Mittwoch: "Ich bin voll motiviert und werde versuchen, noch einmal meine Fähigkeiten abzurufen."
12. März 2010
Pressemitteilung

Die X. Paralympischen Winterspiele sind eröffnet

Vancouver, 12. März 2010

Mit einer glanzvollen Show sind am Freitag die X. Winter-Paralympics in Vancouver eröffnet worden.

60.000 Zuschauer, darunter auch die deutsche Delegation angeführt von Fahnenträger Frank Höfle, erlebten im BC Place Stadium ein farbenfrohes Schauspiel und eine tolle Feier, die unter dem Motto "Ein Einzelner inspiriert viele" stand. Inszeniert hatte sie Patrick Roberge, der bereits für die Eröffnungs- und Schlussfeier der Winterspiele 1988 in Calgary verantwortlich war. 5.055 Beteiligte im Alter von 6 bis 92 Jahren verwandelten das BC Palace Stadium für knapp drei Stunden zur Partyzone. Die Kanadier erwiesen sich dabei als ausgesprochen faire Gastgeber. Beim Einmarsch der Nationen wurden alle Länder mit euphorischem Jubel begrüßt.

Schließlich entzündete um 20.34 Uhr Ortszeit der erst 15 Jahre alte beinamputierte Snowboarder Zach Beaumont das Paralympische Feuer. 38 Minuten zuvor hatte die Generalgouverneurin Kanadas, Michaelle Jean, die Spiele für eröffnet erklärt. "Wir haben unser ganzes Herz und unsere Seele reingelegt, um den Athleten ihren Lebenstraum zu erfüllen: Dass wir alle phantastische und unvergessliche Spiele erleben werden", sagte John Furlong, der Präsident des Organisationskomitees VANOC, und richtete sich direkt an die Sportler: "Möge dies der Anfang der größten Zeit Eures Lebens sein. Für Euch alle ist 'unmöglich' nur ein Wort."
11. März 2010
Pressemitteilung

Frank Höfle trägt die deutsche Fahne

Whistler, 10. März 2010.
Frank Höfle, Deutschlands erfolgreichster Ski nordisch Athlet, wird die deutsche paralympische Mannschaft am kommenden Freitag als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier der X. Paralympics in Vancouver ins Stadion führen.

„Wir haben uns für ihn entschieden, weil er ein sehr erfolgreicher und sehr sympathischer Athlet und zudem ein großes Vorbild für behinderte und nichtbehinderte Sportler ist. Die Fahne ins Stadion zu tragen ist für Frank sicherlich der krönende Abschluss einer einzigartigen Paralympischen Karriere“, so Chef de Mission, Dr. Karl Quade, der dem Sportler die freudige Nachricht überbrachte.

Für den 43-jährigen Behindertensportler, der aufgrund seiner hochgradigen Sehbehinderung in der Klasse der Blinden und Sehbehinderten startet, sind es bereits die achten Paralympics an denen er teilnimmt. „Ich bin total überrascht, damit habe ich gar nicht gerechnet, dass mir die Ehre nochmals zuteilwird. Es gibt so viele Athleten in unserer Mannschaft, die auch in Frage gekommen wären“, so der 13fache Paralympicssieger, der seine letzten Winterspiele bestreitet. „Die Fahne bei der Eröffnungsfeier zu tragen ist fast wie ein Medaillengewinn, es ist ein Erlebnis, das man nie im Leben vergisst“.
Mit 16 Jahren begann Frank Höfle seine Langlaufkarriere in Baiersbronn beim VSG Mitteltal-Obertal. 1984 ging er in Innsbruck zum ersten Mal bei den Paralympics in die Loipe. Seither hat er 13 Gold-, fünf Silber- und drei Bronzemedaillen im Langlauf und Biathlon gewonnen. Der Ausnahmesportler lebt mit seiner Familie in Isny im Allgäu und arbeitet als Controler in der Stiftung St. Franziskus in Heiligenbronn.
10. März 2010
Pressemitteilung

Medaillenchancen für German Top Team dank Förderung durch Allianz und Deutsche Telekom

Vancouver, 10. März 2010
Am 12. März beginnen die Paralympischen Winterspiele 2010 in Vancouver. 505 paralympische Athleten aus 44 Nationen kämpfen um Gold, Silber und Bronze. Die Teilnehmer des Deutschen Top Teams konnten sich diesmal dank des innovativen Fördermodells, das die Allianz und die Deutsche Telekom gemeinsam mit dem Deutschen Behindertensportverband entwickelt haben, optimal auf ihre Wettkämpfe vorbereiten. Im Gegensatz zu den olympischen Athleten ist dies für die Paralympioniken keine Selbstverständlichkeit. Denn sie haben nicht nur einen aufwendigen Alltag zu bewältigen, sondern müssen ihren trainingsintensiven Sport auch mit einer vollen beruflichen Tätigkeit vereinbaren. Doch sportliche Höchstleistungen bei den paralympischen Spielen erfordern eine professionelle, langfristige und vor allem zeitintensive Vorbereitung.

Mehr Trainingszeit für die Athleten

Kerngedanke des Konzepts ist es, den Athleten mehr Zeit für Training und Wettkämpfe zu ermöglichen. Berufstätige Sportler können sich bis zur Hälfte ihrer Arbeitszeit freistellen lassen, die Arbeitgeber erhalten dafür einen finanziellen Ausgleich von bis zu 1500 Euro monatlich. Schüler und Studenten werden separat gefördert. Darüber hinaus profitieren die Athleten von einer monatlichen Grundförderung von 200 Euro und können bis zu 6000 Euro im Jahr für die Anschaffung von Sportgeräten zurück erstattet bekommen. Die Förderung wird über die Stiftung Deutsche Sporthilfe ausgezahlt.

Initiative des Bundespräsidenten zum Erfolg geführt

Initiiert wurde die Förderung von Bundespräsident Horst Köhler, der beide Unternehmen am Rande der paralympischen Winterspiele 2006 in Turin für eine Förderung begeistern konnte und damit die Grundlage für das Engagement geschaffen hat. Erste Erfolge zeigten sich bereits bei den paralympischen Sommerspielen 2008 in Peking, bei denen das deutsche Team 59 Medaillen gewinnen konnte. Auf diese Weise fördert das Programm seit drei Jahren insgesamt mehr als 50 paralympische Athletinnen und Athleten, darunter auch die deutsche sehbehinderte Biathletin Verena Bentele, die sich in Vancouver in nahezu allen nordischen Disziplinen Medaillenchancen ausrechnen darf.

„Mit Assistanceleistungen, wie unseren Rehabilitationsangeboten für Unfallverletzte, und der Förderung des paralympischen Sports wollen wir als Versicherer mehr für behinderte Menschen tun“, sagt Dr. Gerhard Rupprecht, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG. „Gleichzeitig halten die Leistungen der Paralympioniken uns alle dazu an, nicht auf eine Behinderung – ein “Defizit“ – sondern auf die Potenziale eines Menschen zu schauen und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft.“

Für die Deutsche Telekom ist die Unterstützung des Behindertensports ein konsequenter Bestandteil ihrer unternehmerischen Verantwortung für die Gesellschaft. „Wir verstehen uns als Partner der Athleten. Mit unserem Engagement helfen wir dabei, dass sich die Spitzensportler auf ihren Sport konzentrieren und sich so optimal auf die Wettkämpfe vorbereiten können", betont René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. "Erfolge des German Paralympic Top Team verschaffen den Athleten und deren Sport mehr Öffentlichkeit und tragen dazu bei, die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Behinderung voranzutreiben", so der Telekom-Chef

Für den Behindertensportverband ist die Zusammenarbeit mit starken Partnern aus der Wirtschaft im paralympischen Leistungssport unerlässlich. „Ohne die Top Team Förderung von unseren Partnern, der Allianz und der Deutschen Telekom AG, wäre die optimale Vorbereitung auf die Paralympics in Vancouver praktisch nicht möglich gewesen. Die Platzierungen unserer Athletinnen und Athleten bei den bisherigen Europa- und Weltcups zeigen, dass wir mit diesen starken Partnern im Rücken auf dem richtigen Weg sind“, erklärt Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes.

Erfolge im paralympischen Breitensport

Das Fördermodell schafft in Deutschland die Rahmenbedingungen, die für einen professionell ausgeübten paralympischen Sport notwendig sind. Doch es wirkt darüber hinaus. Rund 6,7 Millionen Menschen mit schwerer Behinderung leben in Deutschland. Über die Vorbildfunktion der paralympischen Sportler möchte das Programm mehr Menschen mit Behinderung zum Sport ermutigen. Auch hier zeigen sich erste Erfolge: So gewann der Deutsche Behindertensportverband allein im Jahr 2008 rund 55.000 Mitglieder hinzu. 4.000 neue sportbegeisterte Leute unter 21 verzeichnet die Deutsche Behinderten Sportjugend im gleichen Jahr.

9. März 2010
Pressemitteilung

Deutsche Mannschaft bezieht Paralympic Village

Nachdem am gestrigen Montag auch die letzten Athletinnen und Athleten und Betreuer in Vancouver und Whistler angekommen sind, wurde die komplette Mannschaft heute unter der Leitung von Dr. Karl Quade, Chef de Mission, bei der Welcome Ceremony im Paralympischen Dorf in Whistler herzlich willkommen geheißen. Auch die Curling Mannschaft um Cheftrainer Helmar Erlewein war dafür aus Vancouver, wo sie ihren Wettbewerb bestreitet, angereist. Nach einer kurzen Begrüßungsrede durch Dorf-Bürgermeisterin Marni Abbott-Peter wurde zu den Klängen der Nationalhymne die deutsche Flagge auf dem Ceremony Plaza in der “International Zone“ des Athletendorfes gehisst.

20 deutsche Sportlerinnen und Sportler werden ab dem kommenden Samstag, 13. März ihre Wettkämpfe in den Sportarten Ski alpin, Ski nordisch und Rollstuhl-Curling bestreiten. Insgesamt nehmen an den X. Paralympics 505 Athleten aus 44 Ländern teil. In Turin waren es 486 Sportler aus 416 Ländern.
4. März 2010
"In Vancouver muss die Null stehen" - Josef Giesen hat beim Trainingslager alte Sicherheit im Schießstand wiedergefunden

(asa). Mit einer langen Autofahrt von Toblach zurück ins Emsland endete für den Behinderten Skiläufer Josef Giesen in der Nacht zum Donnerstag die letzte Etappe der Vorbereitung auf die am 12. März beginnenden Winter-Paralympics in Vancouver. Beim abschließenden Trainingslager verpasste Bundestrainer Werner Nauber den sieben deutschen Startern in den Langlauf- und Biathlonwettbewerben von Whistler den Feinschliff.

„Das war von hinten bis vorne ein harmonisches Trainingslager; da hat alles gestimmt“, sieht der Herzlakener Giesen die Erwartungen bei der mehr als einwöchigen Vorbereitung mehr als erfüllt. Von der perfekten Unterkunft bis zu reichlich Schnee und gut präparierten Loipen fand das nordische Skiteam des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) beste Bedingungen vor, „und das Wetter war nur an unserem freien Tag etwas schlechter“, so Josef Giesen. Das bedeutete aber gleichzeitig eine gute Gelegenheit, mit der Schlittenfahrerin und Handbike-Paralympicsiegerin Andrea Eskau sowie dem Baiersbronner Einstockläufer Tino Uhlig die beiden Neulinge in der deutschen Mannschaft noch besser zu integrieren.

Neben den Laufeinheiten („körperlich fühle ich mich topfit“) nutzte Josef Giesen die Tage von Toblach dazu, weiter an der Verbesserung seiner Waffe zu tüfteln, - und das mit offensichtlichem Erfolg. „Die Trainingsleistungen am Schießstand waren sehr zufriedenstellend. Ich habe meine Sicherheit wiedergefunden“, freute sich der Biathlon-Spezialist, der zuletzt im Weltcup mehr Fehler kassierte als ihm lieb waren. Für Giesen gilt nämlich beim Schießen wie einst für Huub Stevens bei Schalke 04: die Null muss stehen, will er in Kanada bei seinem letzten großen internationalen Wettbewerb im Konzert der laufstarken Konkurrenz wie erhofft im Kampf um die Medaillen mitmischen.

Bevor es am Montag mit dem Flugzeug ab Bremen zunächst in Richtung Frankfurt und von dort nach der offiziellen Verabschiedung mit dem Großteil des deutschen Paralympicteams über den Großen Teich geht, war für Josef Giesen zunächst einmal noch zwei Tage relaxen angesagt. Für das Wochenende stehen laut Trainingsplan noch einmal zwei schnelle, relativ kurze Skirollereinheiten auf dem Programm, sofern das Wetter nicht einen Strich durch die Rechnung macht. „So kurios es sich für einen Wintersportler anhört: Schneefall wäre da schlecht“, blickt Giesen dabei etwas besorgt gegen Himmel. Dafür hofft man im Lager der Paralympioniken nach den Erfahrungen der Olympischen Spiele an den Wettkampfstätten, dass auch Mitte März die Verhältnisse noch winterlich sein werden. Eins ist für Josef Giesen dagegen jetzt schon sicher: an Unterstützung wird es ihm auch in Whistler nicht fehlen: „Meine Frau Heike und einige Freunde reisen am Mittwoch ebenfalls nach Vancouver, um mich bei den Rennen anzufeuern. Darüber freue ich mich sehr.“
9. Februar 2010
Im Südschwarzwald der Akku leer - Josef Giesen mit Weltcup-Plätzen neun und 13 unzufrieden

(asa).Während im Zielraum des Biathlon-Centrums Notschrei Nils-Erik Ulset seinen Weltcup-Tagessieg im Biathlon-Kurzstreckenrennen feierte, packte Josef Giesen etwas enttäuscht seine Siebensachen zusammen. Und mit einem Seitenblick auf den norwegischen Weltmeister drückte der Herzlakener Josef Giesen nach den Plätzen neun im Sprint und 13 über 7,5 Kilometer im Schwarzwald aus, was sich nach den Wettbewerben des Winters andeutet: "Bei den Paralympics in Vancouver eine Medaille zu gewinnen, wird sehr, sehr schwer."

Die Leistungsdichte gerade in den Biathlonrennen ist in der laufenden Weltcupsaison beeindruckend, die der Herzlakener noch mit einem Sieg eröffnet hatte. Bei den vom SC Oberried durchgeführten beiden Rennen, zugleich die Generalprobe für die Paralympics, lief dagegen für den Contergangeschädigten im Schießstand und vor allem läuferisch nicht alles rund. "Ich bin unzufrieden, weil ich mich beim Laufen im Moment etwas schlapp fühle", gesteht der 48-Jährige. Nach drei Wochen mit intensivem Training und auf einander folgenden Wettkämpfen in Bessans und Oberried scheint der Akku derzeit etwas leer. Und so wurde schon beim Verfolgungsrennen aus einem vielversprechenden zweiten Platz nach dem Prolog am Ende nur Endrang neun.

Bei den Deutschen Meisterschaften warten am Wochenende in Isny zwar schon die nächsten Rennen auf Giesen, "aber dort ist der Trubel nicht ganz so groß." Weil er im Gegensatz zu anderen Mitgliedern der Nationalmannschaft aus dem Südschwarzwald direkt ins Allgäu reiste, wird er es zwei Tage lang ohnehin erst einmal etwas ruhiger angehen lassen. "Und dann freue ich mich darauf, erst einmal wieder eine Woche zu Hause im Emsland verbringen zu können", so Josef Giesen weiter.

Wie ein Blick auf die Ergebnislisten zeigt, kommen in der paralympischen Saison nicht weniger als acht bis zehn Athleten für einen Sieg in den beiden Biathlonwettbewerben im kanadischen Whistler in Frage. Wie eng es in der Szene zugeht, zeigt das Kurzstreckenrennen am Notschrei. Ganze acht Sekunden lagen zwischen dem Sieger Ulset und dem Dritten Kirill Mikhalylov, der einmal mehr unter Beweis stellte, dass die russischen Läufer ihre frühere Schwäche beim Schießen mittlerweile überwunden haben.

In beiden Disziplinen Topleistungen zu bringen, bleibt auch das Ziel von Josef Giesen bei den Wettbewerben in den kanadischen Rocky Mountains Mitte März. Nach einigen langen Ausdauereinheiten und Feinschliff beim Schießtraining will er dann wieder an seine Topform vom Dezember anknüpfen. "Ich bleibe jetzt auch nach den jüngsten Ergebnissen ganz ruhig und trainiere konzentriert weiter. Schließlich sind es bis zum ersten Rennen noch vier Wochen hin". Unterstützung findet er bei Bundestrainer Werner Nauber, der ihm nach dem Leistungstest beste Werte attestierte und gezielt zum Saisonhöhepunkt aufbauen will. Ein wichtiger Baustein dazu ist das abschließende Trainingslager in Toblach, zu dem Giesen gemeinsam mit seinem Trainingspartner Thomas Oelsner am 20. Februar aufbrechen wird. Ernst wird es für ihn dann bereits am ersten Wettkampftag der Paralympics, wenn am 13. März die Biathlon-Verfolgung auf dem Programm steht.
1. Februar 2010
Immerhin einen Platz besser ...

(asa) "Immerhin einen Platz besser als beim ersten Wettbewerb hier in Bessans", kommentierte der Behinderten-Skilangläufer Josef Giesen aus Herzlake seinen sechsten Rang im Biathlon-Langstreckenrennen des Weltcups in Bessans (Frankreich) nicht ganz unzufrieden, aber dennoch etwas säuerlich.

Ärgerlich aus Sicht des 48-Jährigen, dass er die erste von vier Schießeinlagen zu schnell eröffnete und sich damit prompt zwei Fehlschüsse einhandelte. Bereits eine große Hypothek für den Spezialisten im Zweikampf aus Laufen und Schießen, der sich in der versammelten Weltklasse möglichst keine "Fahrkarten" erlauben darf, um ganz vorne dabei zu sein.Um so konzentrierter arbeitete er danach bei den drei folgenden Fünfer-Serien im Schießstand und traf 15 Mal in Folge ins Schwarze.

Dass es dann doch nicht zu einem Platz auf dem Treppchen reichte, war auch auf seine Zurückhaltung auf der nicht einfach zu laufenden 12,5 Kilometer-Strecke zurückzuführen. "Ich bin nach den Erfahrungen vom Mittwoch doch etwas zu verhalten angegangen", meinte Giesen, der den Wettbewerb in 51:37,4 min beendete und sich dadurch im Rennen der stehenden Herrenklasse auch erneut dem Oberhofer Thomas Oelsner knapp beugen musste. Oelsner wurde mit vier Schießfehlern in 51:29,3 min in dem vom Franzosen Yannick Bourseaux (46:37,9) gewonnenen Rennen Fünfter und so musste sich Josef Giesen diesmal den Flach seines Zimmerkollegen anhören.

Aus Frankreich machte sich nach Abschluss des gestrigen letzten Rennens ohne Beteiligung des Emsländers der ganze Tross der Behinderten-Skiläufer auf den Weg zu den nächsten Weltcup-Rennen in Oberried. Im Nordic-Zentrum Notschrei, bis zum Wochenende noch Austragungsort der Langläufe bei den nordischen Junioren-Weltmeisterschaften, gibt es in dieser Woche bereits das letzte Aufeinandertreffen der Weltelite vor den Paralmypics in Vancouver Mitte März.
28. Januar 2010
Nicht an die volle Leistungsfähigkeit herangekommen

(asa). Nicht an seine volle Leistungsfähigkeit herangekommen ist der nordische Behindertenskiläufer Josef Giesen beim Biathlon-Kurzstreckenrennen zum Auftakt der Weltcup-Wettbewerbe in Bessans (Frankreich). Trotz einer guten Schießleistung mit nur einem Fehler reichte es dem Herzlakener diesmal nur zu Platz sieben in der stehenden Männerklasse.

"Die Höhe des Wettkampfortes macht mir schon zu schaffen. Vielleicht sind wir etwas zu spät angereist, um die Akklimatisierung auf die Rennen auf über 1700 Metern Meereshöhe richtig zu schaffen", mutmaßte der bei den ersten Weltcup-Rennen in Norwegen noch so starke Josef Giesen. Auf den auch im Hinsicht auf die IBU-Biathlonrennen in der kommenden Woche an gleicher Stelle glänzend präparierten Strecken in einem kupierten Gelände (Giesen: "es geht ohne richtige Ruhepausen immer rauf und runter") konnte der Contergangeschädigte läuferisch diesmal nicht ganz mit der Spitze mithalten.

Hinter dem trotz wechselnder Windverhältnisse ebenfalls mit nur einem Schießfehler belasteten Oberhofer Thomas Oelsner (27:13,6 min) landete Josef Giesen in 27:54,2 min auf Rang sieben. Es siegte bei Temperaturen von minus zwölf Grad an einem perfekten Wintertag der Franzose Yannick Bourseaux in 25:57,1 min. Mit seiner Platzierung löste Oelsner gleichzeitig ebenso wie die Schlittenfahrerin Andrea Eskau (4.) das Ticket für die Paralympics in Vancouver, das der Emsländer bereits durch seinen Sieg im Dezember in Sjusjoen in der Tasche hat.

Mit der Verhältnissen bei dem bis Sonntag erstmals in Bessans ausgetragenen Weltcup zeigte sich Josef Giesen ansonsten zufrieden. "Man liest uns hier jeden Wunsch fast von den Augen ab", schwärmt er von einem Top-Hotel, von dem aus es allerdings zehn Kilometer über eine Passstreße bis zu dem auf einem Hochplateau gelegenen Austragungsort geht. Beim Biathlon-Langstreckenrennen am Samstag hofft der Herzlakener dann auch seine Umstellungsprobleme überwunden zu haben.
20. Januar 2010
Auf dem Weg nach Vancouver -
aus dem Trainingstagebuch von Josef Giesen


05.11.2009
Mal eben Pipi machen

Von Josef Giesen
In der vergangenen Woche war ich mit dem Top-Team Vancouver zum Training in Oberhof. Die ersten drei Tage haben wir da nur im Ski-Tunnel trainiert, zuerst vormittags, nachmittags noch einmal eineinhalb Stunden. Das war ganz schön intensiv, ich war platt wie eine Flunder. Da gibt es einen Anstieg von zwölf Prozent, wenn man da alle sieben Minuten hoch muss, schlaucht das. Aber ich jammere nicht, ich habe es mir ja ausgesucht. Trotzdem merkt man es.

Die Grundausdauer ist jedenfalls jetzt da, so langsam geht es in die Richtung Spritzigkeit. Der Bundestrainer war noch nicht ganz zufrieden mit meinen Pulswerten. Der Stabilisationsbereich. der liegt bei mir zwischen 150 und 161, und der Entwicklungsbereich, so zwischen 161 und 171, haben sich ein wenig überlappt. Da hab ich mich zu sehr unter Druck gesetzt, aber immerhin bekomm ich den Puls im Grenzbereich noch auf 195. Das wird schon noch.

Die Schießergebnisse waren auch in Ordnung. Mein Ziel ist es, noch schneller zu schießen, da kann ich dann das gutmachen, was ich auf der Strecke verliere. Beim Schießen reibe ich mich auch – freundschaftlich – immer ein wenig mit meinem Zimmerpartner Thomas Oelsner. Ich weiß, dass er gut ist – das ist für uns beide von Vorteil.

Zur Dopingprobe musste ich in Oberhof auch. Wir waren gerade beim Mittagessen, als die Herren ihre Karten zückten – da musste ich mal eben Pipi machen. Aber ich habe ein reines Gewissen. Dass kontrolliert wird, ist richtig. Ich bin zwei Jahre nicht getestet worden, jetzt war es schon die zweite Trainingskontrolle – und bestimmt nicht die letzte vor Vancouver.

Erfahren habe ich auch, dass ich bei der Wahl zum deutschen Behinderten-Sportler des Jahres in die Endrunde gekommen bin – ich fahre also am 12. November zur Gala nach Berlin! Das wird ein tolles Erlebnis, und deshalb möchte ich mich bei allen, die mich gewählt haben, sehr sehr bedanken. Das ist eine große Ehre für mich.



17.12.2009

Heimweh nach Heike

Von Josef Giesen

Mittlerweile bin ich in Norwegen zum vierten Mal umgezogen. Wir sind jetzt in Sjusjøen, etwa 20 Kilometer von Lillehammer entfernt. Ein großer Teil der Mannschaft des Teams Vancouver ist zwischendurch nach Hause gefahren – sie mussten arbeiten. Für mich hätte ein Rückflug keinen Sinn gemacht, ich wollte lieber die Zeit zum Trainieren auf der Wettkampfstrecke nutzen. Allerdings hat es mich dann für drei Tage erwischt. Ich war ein bisschen erkältet, und außerdem hatte mich das harte Training vorher doch geschlaucht. Da haben wir ordentlich Stunden abgerissen, zweimal am Tag trainiert. Der Jüngste bin ich ja auch nicht mehr.

Aber rechtzeitig zum ersten Weltcup hier in Sjusjøen geht es wieder. Am heutigen Donnerstag starte ich auf der Langlaufstrecke – allerdings nur als Trainingseinheit unter verschärften Bedingungen. Ernst wird es am Wochenende: Samstag starte ich in der Biathlon-Verfolgung, Sonntag über 12,5 Kilometer. Ich habe danach zwar noch mehr Möglichkeiten, aber das ist die erste Chance, mich für die Paralympischen Spiele zu qualifizieren. Das Ticket nach Vancouver wäre ein schönes Weihnachtsgeschenk. Noch schöner ist es aber, nach dem Weltcup – nach vier Wochen in Norwegen – zurück nach Hause zu meiner Frau Heike zu kommen. Wir haben vorher lange darüber gesprochen, dass ich in der Vorbereitung wieder lange weg sein werde – ich bin froh, dass sie das alles mitmacht.


02.01.2010
Der Schnee und das Training

Von Josef Giesen
Ich bin endlich wieder ein paar Tage zu Hause, bevor es am Montag nach Oberwiesenthal geht. Dort steht ein Leistungstest auf dem Laufband an – der ist sehr gut, um den Leistungsstand zu erkennen. Aber gerne bin ich nicht auf dem Band: Festgeschnallt und verkabelt zu laufen, das ist nichts für mich.

Hier in Herzlake wollte ich eigentlich auch trainieren, aber meinen Plan kann ich derzeit nicht voll durchziehen. Der ungewöhnliche Grund für einen Biathleten: der Schnee. Mit meinen Rollerskiern kann ich da nichts ausrichten. Aber nach den anstrengenden vier Wochen in Norwegen fällt das nicht so ins Gewicht, der Trainingsplan ist derzeit sehr human. Bundestrainer Werner Nauber meinte ohnehin, ich solle mal zehn Tage den Ball flach halten.

Das tue ich auch, habe mit meiner Frau Weihnachten und das Gefühl der sicheren Qualifikation für Vancouver genossen – und davor noch eine kleine Überaschung erlebt. Am 23. Dezember stand ein Mann vor der Tür und meinte: „Herr Giesen, ich darf Sie jetzt nicht mehr aus den Augen lassen.“ Es war wieder ein Kontrolleur der NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur) – da durfte ich wenigstens auch mal zu Hause Pipi machen. Ich find die Kontrollen voll in Ordnung: Man weiß nie, mit welchen Mitteln Konkurrenten arbeiten. Es ist besser, die schwarzen Schafe werden vor den Spielen erwischt als währenddessen.
21. Dezember 2009
Saisoneinstandsrennen in Sjusjoen (Norwegen)

(asa). Im ersten Biathlon-Weltcuprennen der Saison 2009/10 gleich der erste Sieg: Josef Giesen war happy. „Das war für mich ein eigenes vorweihnachtliches Geschenk am vierten Advent“, kommentierte der nordische Behinderten-Skiläufer aus Herzlake seinen ersten Platz im Biathlon-Verfolgungsrennen von Sjusjoen (Norwegen).

Mit dem Erfolg in der erstmals auch im Wettkampfprogramm der Paralympics in Vancouver stehenden Disziplin beseitigte der Doppel-Medaillengewinner der WM 2009 auch die allerletzten leisen Zweifel an der Nominierung für seine letzte internationale Großveranstaltung im März 2010. Zwei perfekte Schießeinlagen mit jeweils null Fehlern sowie eine Klassezeit on 12:41,2 min brachte ihm bei nach drei Runden von jeweils 1,2 Kilometern den Sieg vor dem Ukrainer Grygorii Vovchynskyi (1/12:52,4) und Doppel-Weltmeister Nils-Erik Ulset aus Norwegen (1/13:07,4). „Ich habe zuletzt speziell das schnelle Schießen geübt; das hat sich voll ausgezahlt“, so der Contergangeschädigte. Bei minus 16 Grad bezeichnete Giesen auch seine Entscheidung als richtig, sich im Sommer einer Augen-Laserung zu unterziehen: „Bei den Temperaturen hätte ich mit Kontaktlinsen Probleme bekommen“.

Seine gute Form unterstrich Josef Giesen auch mit Platz sechs beim den Weltcup abschließende Biathlon-Langstreckenrennen über 12,5 Kilometer. Um bei dem von Vovchinskii (0/47:43,1 min) vor Ulset (2/4814,1) und dem Russen Konstantin Yanchuk (0/48:50,9) gewonnenen Rennen waren drei Schießfehler zu viel, um mit seiner Zeit von 50:43,8 min in den Kampf um die Podestplätze eingreifen zu können. Etwas ärgerlich aus Sicht von Giesen vor allem ein Fehlschuss bei der dritten Schießeinlage, vor dem er nicht richtig repetiert hatte: „Das war klar mein Fehler; das ist mir bisher noch nie passiert“.
Endgütig abhaken wird der Emsländer für den Winter seine Starts bei Langlauf-Wettbewerben, nachdem er in Sjusjoen über 10 Kilometer in der freien Technik in 35:55,4 min nur Platz 24 erreicht hatte. „Auf dem stumpfen Schnee war ich nicht gut, aber die Umstände ärgern mich immer mehr“. So tauchte in seiner Klasse LW5/7 mit Vladimir Kononov ein neuer Starter aus Russland auf, der im Gegensatz zu Giesen seine volle Armlänge besitzt, daher beim Laufen mitschwingen kann und dadurch klare Vorteile besitzt, ohne dass dies berücksichtigt werden würde. Schon beim Weltcupstart deutete sich im übrigen an, dass die Starter aus Russland und der Ukraine auch in der paralympischen Saison wieder in allen Klassen ganz weit vorne mitmischen werden.

Doch auch die deutsche Mannschaft zeigte sich gegenüber der Vorsaison in der Breite verbessert. Gleich vier Siege in allen vier Rennen der Sehbehinderten/Blinden gelangen der Tettnangerin Verena Bentele, die nach ihrer schweren Verletzung von Anfang des Jahres mit Verlust einer Niere ein sensationelles Comeback feierte. En weiterer Sieg für das Team des Deutschen Behindertensportverbands feierte im Biathlon-Langstreckenrennen der Freiburger Willi Brem. Dazu zeigte sich auch Routinier Frank Höfle (Isny) mit zwei dritten Plätzen in den beiden Skilanglauf-Wettbewerben in guter Form.
3. November 2009
Da warens nur noch drei, und Josef Giesen ist dabei.

Die erste Nominierungsrunde überstanden hat der Biathlet aus Herzlake bei der Wahl der Behindertensportler des Jahres 2009. „Damit habe ich mein Hauptziel schon erreicht und freue mich auf die Reise nach Berlin“, so der Contergangeschädigte nach der Bekanntgabe der Ergebnisse am Montag. Die freudige Nachricht erreichte ihn nach der Rückkehr von „einer sehr anstrengenden Woche“ mit erneutem Training im Skitunnel von Oberhof.

Knapp vier Wochen lang hatte der Deutsche Behindertensportverband seine erfolgreichsten Sportler des Jahres 2009 präsentiert. Im Internet unter www.dbs-npc.de, sportschau.de und kicker.de standen fünf Sportler, fünf Sportlerinnen und fünf Mannschaften zur Wahl. Bei den Sportlern stehen danach neben Josef Giesen noch der Radsportler Michael Teuber und der Ski alpin-Rennläufer Gerd Schönfelder zur Auswahl in der Endrunde. Verbliebene Kandidatinnen bei der Sportlerinnen-Wahl sind die Ski alpin-Rennläuferin Andrea Rothfuss, Radsportlerin Andrea Eskau und Schwimmerin Kirsten Bruhn. Das Rollstuhlcurling-Team, die Basketball Damen und Sitzvolleyball Herren machen die Entscheidung bei den Mannschaften unter sich aus.

Nach der Online-Wahl werden in der zweiten Phase die ersten drei gewählten Sportler und Mannschaften im „ARD-Morgenmagazin“ (9., 10., 11. November) mit einem Kurzporträt vorgestellt. Die Zuschauer können dann per Email und Telefon entscheiden, welche der Spitzenathleten des deutschen Behindertensports die begehrte Trophäe mit nach Hause nehmen. Ausgezeichnet werden die Gewinner bei der „Die Nacht der Stars“ am 12. November im Maritim-Hotel-Berlin.
24. Oktober 2009
Vancouver im Visier - Ein letztes Mal will Biathlet Josef Giesen zu den Paralympischen Spielen

Von Mike Röser

Herzlake. Was mit einem Sturm in Österreich begann, soll mit dem vierten Auftritt unter olympischen Ringen noch einen letzten Höhepunkt finden: Josef Giesen, contergangeschädigter Wintersportler aus Herzlake, nimmt noch einmal die Paralympischen Spiele ins Visier – im März 2010 will der Biathlet im kanadischen Vancouver dabei sein.


Es schwingt keine Wehmut mit, wenn Giesen über seine sportliche Laufbahn spricht, bei der er nun in die letzte Runde einbiegt. Freude, Stolz, auch Dankbarkeit klingen aus seinen Worten. „Ich habe viele Freunde kennenlernen, habe viele Erfolge feiern dürfen“, sagt der 47-Jährige. „Aber“, fügt er an, „mit 50 möchte ich da nicht mehr rumkrebsen.“

Da, das sind die Wintersportgebiete dieser Welt, auf denen er in den vergangenen 15 Jahren zu Hause war. Das schwedische Sunne, wo er 1996 bei seiner ersten Weltmeisterschaft Silber im Biathlon und Bronze im Langlauf gewann. Die Paralympischen Spiele im japanischen Nagano (1998), im US-amerikanischen Salt Lake City (2002) und im italienischen Turin (2006). Oder auch „mein schönster Wettkampf“, die Europameisterschaft 1997 in Tobolsk (Russland), als die Zuschauer ihn mit ihrer Herzlichkeit überwältigten, mit ihm Kaffee, Tee und Kuchen teilten.

Erlebnisse, die ihm ein Zufall bescherte. 1994 war er noch als Ski-Alpin-Läufer unterwegs, wollte an den Landesmeisterschaften auf dem österreichischen Stubaier-Gletscher teilnehmen. Doch ein Sturm führte zur Absage – und Giesen zu den Wettkämpfen in der Loipe. Fortan setzte er als Spätstarter auf Langlaufskier und das Gewehr. „Ohne den Sturm hätte ich das alles nicht erlebt“, sagt Giesen.

Nun soll diese Zeit ausklingen, mit dem Höhepunkt Vancouver, mit Wettkämpfen danach, „aber ohne Zwang“. Es ist sein Körper und das Alter, die diesen Entschluss in ihm reifen ließen: Von Wettkampf zu Wettkampf, von Training zu Training braucht er immer länger zur Regeneration. Er nimmt es hin, sagt: „Ich muss niemanden mehr etwas beweisen.“ Zumal er ohnehin nicht nur um der Medaillen Willen in die Loipe ging: Es ging, geht um die Gesundheit. Die Folgen „meines Handicaps“, der Contergan-Behinderung, konnte er so lindern, Symptome wie Rückenprobleme „durch meinen Sport verzögern“.

Deshalb wird er auch nach Vancouver etwas für den Körper tun, der auf Leistungssport getrimmt ist und „abtrainiert“ werden muss. Bis dahin heißt es noch einmal: Kilometer abreißen auf Lehrgängen, die Perfektion im Umgang mit dem Gewehr suchen. Zu 100 Prozent zielstrebig gehe er dabei vor, sehr bewusst – und doch lockerer als in den Jahren zuvor: „Jede Trainingseinheit ist wichtig für mich.“ Zunächst fokussiert er den ersten Weltcup im Dezember in Norwegen. Dort will er sich für seine letzten Paralympics „qualifizieren – und gesund bleiben“.

Auf seinem Weg nach Vancouver begleitet die Emslandsport-Redaktion Josef Giesen. Ab November berichten wir In einem 14-tägigen Trainingstagebuch von Höhen und Tiefen, Qualen und Freuden.
16. Oktober 2009
„Nominierung ist eine große Ehre“
Herzlakener Josef Giesen zur Wahl zum Behindertensportler des Jahres 2009 nominiert

(asa). Mit zusätzlicher Motivation kann der Biathlet Josef Giesen die weiteren Vorbereitungen im Hinblick auf die Winter-Paralympics in Vancouver angehen. Der zweifache Medaillengewinner bei den Weltmeisterschaften in Vuokatti gehört zu den fünf Kandidaten zur Wahl des Behindertensportlers des Jahres 2009. „Eine große Ehre für mich“, so Giesen, der sich auch mit seiner aktuellen Form nach den letzten Trainingslagern sehr zufrieden zeigt.

Beeindruckt zeigte sich der nordische Behindertensportler von seinem vorherigen erstmaligen Training im Skitunnel von Oberhof. Zusammen mit dem Einstockläufer Thomas Oelsner konnte er die neue Anlage an zwei Tagen für drei Stunden kostenlos nutzen. „Bei konstant minus fünf Grad bietet der Tunnel optimale Bedingungen“, so das Urteil von Josef Giesen, „das habe ich nicht zum letzten Mal gemacht.“ Anspruchsvoll gerade für den ohne Stöcke laufenden Giesen eine zwölfprozentige Steigung mit anschließender Abfahrt, die technisch einige Anforderungen stellt.

Eine Laufbandanalyse bei einem anschließenden Trainingslager in Oberwiesenthal unter der Regie von Bundestrainer Werner Nauber habe dann„sehr zufriedenstellende Werte“ ergeben, meinte der Herzlakener, „sie entsprechenden denen vor der Weltmeisterschaft Anfang des Jahres.“ Bei der WM hatte Josef Giesen als bester deutscher Starter in den beiden Biathlon-Wettbewerben mit einer Silber- und Bronzemedaille überzeugt und sich die Nominierung für die Wahl zum Behindertensportler des Jahres erworben. In der ersten Phase stehen dabei bei Männern, Frauen und Mannschaften in einer Online-Wahl auf der Homepage des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) jeweils fünf Kandidaten zur Auswahl.

Als „sehr harte Konkurrenz“, bewertet Josef Giesen die Mitbewerber Michael Teuber (Radsport), Gerd Schönfelder (Ski alpin), Matthias Schröder (Leichtathletik) und Holger Nikelis (Tischtennis, von denen die besten Drei nach Abschluss der ersten Wahlrunde am 1. November die Endrunde erreichen werden. Über den Behindertensportler des Jahres entscheiden dann erstmalig die Fernsehzuschauer des ARD-Morgenmagazins per E-mail und Telefon, denen vom 9. bis 11. November das ausgewählte Trio in einem Kurzbeitrag vorgestellt wird. Ausgezeichnet werden die Gewinner bei der „Nacht der Stars“ am 12. November im Maritim-Hotel Berlin. „Ich bin sehr stolz, unter die besten Fünf gekommen zu sein“, kommentiert Josef Giesen die Entscheidung des Verbandes; „bei den Namen auf der Liste unter die ersten Drei zu kommen, wäre jetzt das Größte. Ich bin aber sicher, dass das Emsland auch diesmal wieder zusammenhalten und mich unterstützen wird.“

INFORMATION: Die Teilnahme an der Wahl ist noch bis zum 1. November im Internet über die DBS-Homepage www.dbs-nps.de möglich.
14. Oktober 2009
Gespannt auf Premiere im Skitunnel -
Josef Giesen bereitet sich intensiv auf seine letzten Paralympics vor


(asa). Seine letzten Paralympics sind für den Behinderten-Skilangläufer Josef Giesen nur noch ein knappes halbes Jahr entfernt. Zeit für den Herzlakener, die ersten Kilometer auf Schnee zurückzulegen.

Nach den sommerlichen Strandläufen auf Helgoland verlegt der Behinderten-Skilangläufer Josef Giesen das Training in den kommenden Wochen wieder auf gefrorenen Untergrund.

Mühsam gestaltete sich für die Mitglieder der Nationalmannschaft allerdings das Auftakt-Training auf dem Dachstein-Gletscher. "Bei Plustemperaturen war das Laufen auf einem braunen Schnee sehr schwierig", berichtet Josef Giesen von einem problematischen Auftakt. Erfreulich dagegen auch aus Sicht von Bundestrainer Werner Nauber: alle Referenzwerte des mittlerweile auch dem "Top-Team Vancouver" des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) angehörenden 47-Jährigen bei einem Leistungstest haben gestimmt. Die dadurch ausgebaute Förderung erlaubt auch das vom Bundestrainer gemeinsam mit dem Athleten im Hinblick auf die Paralympics im März 2010 angepeilte Trainingspensum. Giesen: "Ab November, wenn die Wintersaison richtig beginnt, packen wir auf das bisherige Pensum noch einmal zehn Prozent drauf. Das muss sein, denn schließlich habe ich für die Spiele in Kanada noch einmal hohe Ziele."

Schon in dieser Woche zündet Josef Giesen eine neue Stufe der Vorbereitung. Erstmals geht es für ihn in den in diesem Sommer in Betrieb genommenen, neuen Skitunnel in Oberhof, der im Gegensatz zum Gletscher beste Skibedingungen garantiert. "Darauf bin ich sehr gespannt", so Giesen, der an drei Tagen in der auch von den DSV-Langläufern und -biathleten genutzten Topanlage seine Runden drehen wird.

Danach reist der Contergangeschädigte gleich einige Kilometer weiter nach Oberwiesenthal, um dort ein privates Trainingslager bei seinem Nationalmannschaftskollegen Thomas Oelsner aufzuschlagen. "Bei ihm bin ich gut aufgehoben", erklärt Giesen das Motto des auch in Vancouver in der stehenden Männerklasse antretenden Duos: zusammen trainieren, getrennt zuschlagen.
27. Februar 2009
Josef Giesen bei Autounfall leicht verletzt

Vorzeitig die Saison beenden musste nach einem Unfall der nordische Behinderten-Skiläufer Josef Giesen. Der Herzlakener prallte während eines Aufenthalts bei Bundestrainer Werner Nauber in Sehmatal mit seinem Auto gegen einen Baum und erlitt einen Anbruch des Fußes. Der zweifache Medaillengewinner bei den Weltmeisterschaften 2009 in Vuokatti im Biathlon muss daher auf den geplanten Start bei den Pre-Paralympics in der kommenden Woche in Whistler (Kanada) verzichten."Jetzt kuriere ich mich in den nächsten Wochen erst einmal richtig aus, und dann geht die Vorbereitung auf die Paralympics in Vancouver 2010 los", so Josef Giesen nach der Schrecksekunde.
9. Februar 2009
Deutsches Treffen im Viertelfinale - Thomas Oelsner verpasst Einzug in Sprintfinale um Haaresbreite

(asa) Um eine Skispitze verpasste der Einstockläufer Thomas Oelsner den Einzug ins Finale beim Langlauf-Sprint der Winter Games in Solleftea (Schweden) und belegte in der Endabrechnung des Weltcup-Rennens den sechsten Platz. Im Viertelfinale ausgeschieden war zuvor bei dem Rennen im freien Stil der zweite deutsche Starter Josef Giesen.

Nach einem erneuten Temperatursturz in Nordschweden auf minus 20 Grad gingen die Behinderten-Skiläufer der stehenden Klasse auf die 1,2 Kilometer lange Strecke, auf der sich an einem steilen Anstieg die Spreu vom Weizen trennte. Nach erfolgreicher Qualifikation im Prolog trafen im Viertelfinale Josef Giesen und Thomas Oelsner im direkten Vergleich aufeinander. Während Oelsner zusammen mit dem Dreifach-Weltmeister Nils-Erik Ulset die Vorschlussrunde erreichte, schied der Herzlakener Giesen als Dritter vor dem Österreicher Michael Kurz aus.

Ein Fotofinish erlebten die Zuschauer im Halbfinale mit deutscher Beteiligung. Thomas Oelsner hielt sich zunächst etwas zurück, kam im Endspurt aber ganz dicht an Ulset heran. Der Norweger schob sich mit letzter Kraft und wenigen Zentimetern Vorsprung als Zweiter über die Ziellinie. Im Finale hatte er dann aber als Vierter keine Chance gegen den Tagesieger und WM-Bronzemedaillengewinner Jan Kolodziej (Polen), der alle seine Läufe in überzeugender Manier gewann. Silber holte der Finne Ilkka Tuomisto vor Vegard Dahle, der die Dominanz der norwegischen Läufer auch im Behinderten-Sprint unterstrich.
6. Februar 2009
Zimmerkollegen wechseln die Plätze - Josef Giesen am zweiten Tag in Solleftea knapp vor Thomas Oelsner

(asa). Die Plätze drei und vier bleiben bei den Biathlon-Wettbewerben der Behinderten-Winter Games in Solleftea fest in deutscher Hand. Im Rennen über 7,5 Kilometer sicherte sich aber diesmal der am Vortag in der Verfolgung viertplatzierte Josef Giesen vor Thomas Oelsner den untersten Platz auf dem Siegerpodest.

Im Duell der beiden Zimmerkollegen war der ohne Stöcke laufende Herzlakener auf der schwierigen Strecke in Nordschweden am Ende sechs Sekunden schneller als der Oberhofer, der nach vor wie mit seiner Schießleistung hadert: „Das muss noch besser werden. Läuferisch bin ich derzeit aber dafür gut drauf. Ich habe schon während der Weltmeisterschaft gemerkt, dass meine Form immer besser wird“, so Thomas Oelsner.

Zwei Schießfehler reichten daher bei besserem Wetter und weniger Wind als am ersten Wettkampftag nicht aus, um den nur einmal daneben zielenden Josef Giesen zu bezwingen. Der Emsländer war daher auch mit seiner Platzierung zufrieden, die ihm zusammen mit Oelsner auch in der Weltcup-Gesamtwertung mit 110 Punkten den geteilten dritten Platz sicherte.

Vor Giesen und Oelsner liegt nach zwei Rennen mit zwei zweiten Plätzen und 160 Punkten der Biathlon-Spezialist Yannick Bourseaux (Frankreich). Einmal mehr mit einem deutlichen Vorsprung von 1:31 Minuten auf Platz drei nicht zu schlagen war auch im Biathlon-Sprint der Norweger Nils-Erik Ulset. Wegen seiner augenblicklichen Dominanz und seiner überragenden Laufzeiten ist der Dreifach-Weltmeister von Vuokatti mittlerweile allerdings ins Visier einer Reihe von Mannschaften geraten, die seine Klassifizierung in Frage stellen.

Während Josef Giesen in Solleftea nur noch beim Langlauf-Sprint im freien Stil antreten wird, bestreitet Thomas Oelsner zum Abschluss auch noch das Langstreckenrennen über 20 Kilometer.
5. Februar 2009
Wind spielt einen Streich - Josef Giesen in Sollefta mit vier Fehlern auch auf Platz vier

(asa). Mit den Plätzen drei und vier in der stehenden Männerklasse beendeten die beiden deutschen Starter Thomas Oelsner (Oberhof) und Josef Giesen (Herzlake) das erste Weltcuprennen der Saison 2008/2009 in Solleftea. Wintersportler aus 26 Nationen treffen sich derzeit in Nordschweden zu den Winter Games in den Disziplinen Ski nordisch, Ski alpin (Europacup) und Schlittenhockey. “Und die Eröffnungsfeier war sogar beeindruckender als die bei der Weltmeisterschaft“, so der Herzlakener zum organisatorisch gelungenen Auftakt.

Direkt von den Weltmeisterschaften aus Vuokatti war das durch Bundestrainer Werner Nauber komplettierte deutsche Trio an den Ort der Europameisterschaften 2001 gereist, wo man im Hotel Halstenberg gemeinsam mit den deutschen Alpinen Quartier genommen hat. „Unterkunft gut, Essen weniger“, so das erste Fazit von Giesen, der allerdings wie alle anderen Teilnehmer die kurzen Wege vom unmittelbar am Skistadion gelegenen Hotel zum Start lobt.

Strahlender Sonnenschein bei Temperaturen um minus 15 Grad begleitete zudem die Trainingstage ab Montag, ehe ausgerechnet beim Biathlon-Verfolgungsrennen das Wetter umschlug.

Nicht auf den aufkommenden Wind reagieren konnte vor allem der nach dem Prolog noch drittplatzierte Vizeweltmeister Josef Giesen. Er leistete sich ungewohnte vier Schießfehler und verfehlte als Vierter einen Podestplatz knapp. „Die norwegischen Betreuer haben mein Schießen verfolgt und mir gesagt, ich hätte drei nach links drehen müssen, dann hätte es geklappt“, erklärte der 47-Jährige sein Problem, „da habe ich meinen Betreuer Rolf Nuber als erfahrenen Biathleten vermisst.“

Den dritten Platz sicherte sich dafür der bei der WM noch leer ausgegangene Einstockläufer Thomas Oelsner, der fünf „Fahrkarten“, davon allein vier beim zweiten Schießen, durch seine Laufstärke auf der bekannt anspruchsvollen Strecke von Solleftea diesmal ausspielen konnte. Es siegte einmal mehr der im Moment in dieser Disziplin überragende Biathlon-Doppelweltmeister Nils-Erik Ulset (Norwegen) vor dem Franzosen Yannick Bourseaux. Beide gehen zusammen mit den beiden Deutschen auch wieder als Favoriten in das einen Tag nach der Verfolgung auf dem Programm stehende 7,5 km-Biathlon-Rennen.
4. Februar 2009
Interview mit Josef Giesen

Seiner bereits reichhaltigen Medaillensammlung hat der Behinderten-Skisportler Josef Giesen aus Herzlake bei der am Sonntag beendeten Weltmeisterschaft in Vuokatti je einmal Silber und Bronze in den beiden Biathlon-Wettbewerben hinzu gefügt. In einem Gespräch mit der Meppener Tagespost zieht der seit letzten Montag 47-Jährige eine Bilanz der Titelkämpfe in Finnland.


Wie fällt Dein sportliches Fazit der Weltmeisterschaft aus?

Giesen: Natürlich uneingeschränkt positiv. Auf eine Medaille hatte ich gehofft, jetzt sind es sogar zwei geworden. Und bei der Biathlon-Verfolgung haben sogar nur wenige Sekunden zum Sieg gefehlt. Das alles hat gezeigt, dass die Vorbereitung und der mit dem Bundestrainer Werner Nauber erstellte persönliche Trainingsplan voll aufgegangen sind.


Was sind allgemein die sportlichen Tendenzen, die sich bei dieser Weltmeisterschaft als erstem großen internationalen Vergleich seit den Paralympics 2006 in Turin gezeigt haben?


Giesen: Wie sich bei Medaillenspiegel zeigt, sind die osteuropäischen Länder, allen voran Russland und die Ukraine, noch stärker geworden. Die Förderung seitens des Staates zahlt sich dort eben aus. Für mich glücklicherweise ist dieser Trend beim Biathlon noch nicht so eindeutig, da können wir, die Franzosen und Norweger noch mithalten, und ich hoffe, das bleibt bis zu den Paralympics 2010 in Vancouver noch so.

Wie ist die WM aus Deiner Sicht organisatorisch verlaufen?

Giesen: Man muss sagen, dass die Strecken sehr selektiv und sehr gut
präpariert waren. Auch am Ablauf der Rennen gibt es nichts zu meckern, denn für den Temperatursturz am letzten Wochenende bis zu minus 25 Grad können die Veranstalter nichts. Vorbildlich waren die Unterkünfte in einem neuen Hotel mit viel Platz und, typisch finnisch, einer Sauna in jedem Appartement. Nur der Besuch ließ leider viel zu wünschen übrig, An einem Tag waren ein paar Schulklassen da, ansonsten sind die Zuschauer ausgeblieben.

Was sind Deine weiteren Pläne?

Giesen: In diesem Winter geht es jetzt gleich bei den ersten Weltcuprennen in Solleftea weiter. Ich hoffe, in der Gesamtwertung des Biathlon wieder weit vorne zu landen. Dafür kann ich dann auch Punkte bei den Pre-Paralympics in Whistler und beim Finale in Mount Washington sammeln. In Whistler werde ich mich dann schon einmal genau umsehen, denn natürlich ist mein ganz großes Ziel noch einmal eine Teilnahme an den Paralympics in ungefähr einem Jahr in Kanada. Mit den beiden WM-Medaillen habe ich dazu jetzt schon einen Schritt zur Qualifikation geschafft.

Weil Du jetzt gleich nach Schweden weiter fährst, fällt die nächste Feier in Deiner Heimat wohl erst einmal aus ...?


Giesen: Ja klar, das muss erst einmal warten. Dennoch möchte ich mich bereits jetzt vor allem bei meiner Frau Heike und allen Nachbarn in der Appelallee, besonders der Familie Theo Hues, noch einmal für ihre Unterstützung ganz herzlich bedanken. Und ich grüße alle Fans im Emsland, die mir wieder die Daumen gedrückt haben!
2. Februar 2009
Ein Schießfehler reicht zu Bronze - Josef Giesen gewinnt seine zweite WM-Medaille in Vuokatti

(asa) Die absolute Konzentration auf die beiden Biathlon-Wettbewerbe von Vuokatti hat sich für Josef Giesen gelohnt. Nach Silber im Verfolgungsrennen sicherte sich der Contergangeschädigte aus Herzlake mit Platz drei über die Biathlon-Langstrecke seine zweite Medaille der Weltmeisterschaften Ski nordisch 2009. Der während der WM 47 Jahre alt gewordene Läufer ist damit der erfolgreichste deutsche WM-Teilnehmer.

„Wenn ich mit diesen Plätzen nicht zufrieden wäre, dann würde etwas nicht stimmen“, so Josef Giesen nach dem Zieleinlauf eines in vielerlei Hinsicht harten Wettbewerbs. Neben der sehr anspruchsvollen Strecke mit einer Kräfte raubenden Steigung machten allen Teilnehmern am vorletzten Tag der Weltmeisterschaft die tiefen Temperaturen zu schaffen. Bis zu minus 25 Grad zeigte das Thermometer, worauf die Organisatoren mit einer Startverschiebung um eine Stunde reagierten. Dennoch hatten vor allem einige Schlittenfahrer Probleme und die Zeitabstände waren erheblich.

Eine erneut fast makellose Schießleistung war die Grundlage des zweiten Medaillengewinns von Josef Giesen im Rennen der stehenden Männerklasse. Nur einmal zielte der wieder von Rolf Nuber am Schießstand perfekt betreute Herzlakener vorbei, was ihm im engen Zweikampf um Platz drei den entscheidenden Vorteil gegenüber dem Ukrainer Grygorii Vovchinskyi (43:42,0 min) sicherte. Nach einem harten Kampf auf der letzten Runde erreichte Giesen in 43:38,6 min das Ziel und tröstete sich am Ende damit, dass er auch mit einem absolut fehlerfreien Schießen an Sieger Nils-Erik Ulset (Norwegen, 40:27,3) und Silbermedaillengewinner Yannick Bourseaux (Frankreich, 42:36,5) nicht herangekommen wäre. „Der Berg hatte es schon in sich; den will ich nicht mehr sehen, nicht einmal außerhalb der Rennen“, so Giesen. Auch der erfahrenste deutsche Teilnehmer Frank Höfle habe ihm gegenüber erklärt, dass diese Strecken in Finnland die bisher anspruchsvollsten bei einem internationalen Großereignis überhaupt gewesen, meinte der Herzlakener zum hohen Schwierigkeitsgrad der Kurse. Deshalb hatte er in Abstimmung mit Bundestrainer Werner Nauber auch auf den zunächst angedachten Start im 10 Kilometer-Rennen am Donnerstag verzichtet, „und das war gut so!“

Die Zeit hatte Giesen auch dazu genutzt, mit Hilfe des Physiotherapeuten und Mannschaftsarztes seinen lädierten Rücken zu kurieren. Die nächsten Rennen stehen nämlich bereits vor der Tür, denn zusammen mit Thomas Oelsner und dem Bundestrainer macht sich der Emsländer nach der Schlussfeier direkt vom WM-Ort auf die Reise ins schwedische Solleftea. Bei den Winterspielen am Austragungsort der Europameisterschaft 2001 werden die ersten Weltcuppunkte der Saison vergeben.
27. Januar 2009
Verfrühtes Geburtstagsgeschenk in Vuokatti:
Josef Giesen gewinnt beim Auftakt WM-Silbermedaille in der Biathlon-Verfolgung

(asa) Einen Tag vor seinem 47. Geburtstag hat der Herzlakener Josef Giesen für einen gelungenen Auftakt der deutschen Mannschaft bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Vuokatti gesorgt. Ohne einen Fehler im Prolog und der anschließenden Verfolgung sicherte er sich mit Platz zwei hinter dem laufstarken Norweger Nils-Erik Ulset die Silbermedaille und damit das erste Edelmetall für das DBS-Team im Norden Finnlands.

"Diese Medaille verdanke ich auch meinem Servicemann Rolf Nuber, Manschaftsarzt Dr. Lars Meiworm und Phyiotherapeut Sepp Plenk", stellte der Contergangeschädigte die Leistung der Mannschaft um die Athleten mit in den Vordergrund.
Die ganze Woche über hatte Plenk dreimal täglich gegen die Schmerzen im Rücken gearbeitet, "und am Samstag war ich dann gerade rechtzeitig erstmals schmerzfrei", so Giesen.

Nuber hatte im Rennen für perfekt präparierte Ski gesorgt und am Schießstand als Betreuer richtig auf den stärker werdenden Wind reagiert.

Als Sieger des Prologs auf der rund 1,2 Kilometer langen Strecke konnte Josef Giesen bereits überzeugen und machte damit Hoffnungen auf einen Platz auf dem Treppchen. Bei Temperaturen um minus sieben Grad behielt er dann auch im entscheidenden Rennen über drei Runden mit zwei Schießeinlagen die Nerven und traf damit am Sonntag insgesamt 20 Mal ins Schwarze. Sogar Gold und der WM-Titel in der stehenden Männerklasse war möglich, doch trotz zweier Schießfehler hatte der Norweger Ulset mit rund drei Sekunden Vorsprung das bessere Ende für sich. Dritter wurde weitere 16 Sekunden zurück der Russe Ilgam Makhmutov vor dem Oberhofer Thomas Oelsner.

"Ich bin super zufrieden mit dem zweiten Platz und habe mir damit selbst das schönste Geschenk gemacht", freute sich Josef Giesen auf die durch einige Proteste verspätet durchgeführte Siegerehrung und eine kleine Geburtstagsfeier am heutigen Montag, an dem er bei beim
Langlauf im klassischen Stil nicht an den Start gehen wird. Auch Gelegenheit für den Emsländer, das Drumherum der Weltmeisterschaft zu genießen, die am Freitag offiziell eröffnet wurden. "Die Organisation ist perfekt, die Strecken sind hervorragend präpariert", so sein erstes Fazit. Am ersten Wettkampftag fanden allerdings nur wenige Zuschauer den Weg ins Skistadion von Vuokatti. "Das ist wirklich nicht zu vergleichen mit unserer Heim-Weltmeisterschaft 2003 in Baiersbronn", so Giesen bedauernd, der bei den Titelkämpfen im Schwarzwald vor sechs Jahren von einer eigens angereisten, lautstarken Fangruppe unterstützt worden war.
23. Januar 2009
Vorbericht zur am Wochenende beginnenden Weltmeisterschaft Ski nordisch der Behinderten in Vuokatti (Finnland)

Einen kompletten Medaillensatz und möglichst einem Titel strebt Bundestrainer Werner Nauber bei den am Freitag beginnenden Weltmeisterschaften Ski nordisch der Behinderten in Vuokatti (Finnland) an. Die Wettbewerbe in der 600 Kilometer nördlich von Helsinki gelegenen Wintersportstadt sind der erste große internationale Vergleich für über 100 Sportler aus 20 Nationen nach den Winter-Paralympics 2006 in Turin.Mit der Biathlon-Verfolgung steht fpür den herzlakener Josef Giesen am Sonntag gleich ein erster Höhepunkt auf dem Programm.

"Wir haben eine Durststrecke überwinden müssen und auch finanziell einige Probleme gehabt", so Werner Nauber mit einem Rückblick auf die kurzfristige Absage der 2007 in der Schweiz geplanten Weltmeisterschaft sowie die Saison 2008. Um so optimistischer stimmte ihn die gute Form aller WM-Kandidaten beim Dezember-Trainingslager in Livigno, bei dem die WM-Plätze nach Qualifikationswettkämpfen vergeben wurde. Erst nach der Weltmeisterschaft sind weitere Weltcup-Rennen sowie die Pre-Paralympics in Whistler (Kanada) terminiert.

Einen ersten größeren Rückschlag musste das deutsche Team Mitte Januar bei den nationalen Meisterschaften in Nesselwang hinnehmen. Dort konnten sich die Asse des DBS zwar auch gegen ihre Konkurrenten aus Österreich und der Schweiz ziemlich deutlich durchsetzen. Doch ein schwerer Sturz der Titelanwärterin Verena Bentele (Tettnang) trübte die Stimmung. Hatte der Bundestrainer zunächst noch gehofft, die blinde Paralympicsiegerin und mehrfache Weltmeisterin in dieser Saison noch einsetzen zu können, muss die Studentin jetzt sogar nach Komplikationen um die Fortführung ihrer sportlichen Karriere bangen. Die erhofften Medaillen in Vuokatti fallen mit Sicherheit aus.

Die Hoffnungen der deutschen Mannschaft in den Langlaufwettbewerben ruhen jetzt in erster Linie auf den Routiniers Frank Höfle (Isny) und Thomas Oelsner (Oberhof), doch auch der contergangeschädigte Josef Giesen steht auf seinem Zettel, der wie in den Vorjahren alles auf die Biathlon-Rennen setzt. "Er ist immer sehr zuverlässig vorne dabei und im Biathlon immer zu beachten", meint Werner Nauber zu den Chancen des während der WM 47 Jahre alt werdenden Giesen. Das "Nordlicht" in der deutschen Mannschaft legte zuletzt noch ein privates Trainingslager in der Nähe seines Trainers in Oberwiesenthal ein, laboriert derzeit aber noch an leichten Problemen im Rückenbereich.

Die deutsche Mannschaft, zu der neben Teammanager Martin Haag und Physiotherapeut Sepp Plenk auch der neue Mannschaftsarzt Lars Meiworm (Kirchzarten) zählt, fliegt am Donnerstag nach Finnland. Bei der Eröffnungsfeier am Freitag wird auch der IPC-Präsident Philipp Craven anwesend sein.

Zeitplan der WM 2009 in Vuokatti:

Freitag, 23. Januar:
Eröffnungsfeier;

Sonntag, 25. Januar:
Biathlon-Verfolgung

Montag, 26. Januar:

Skilangläufe CL (10/15/10 km)

Mittwoch, 28. Januar:
Staffel

Donnerstag, 29. Januar:
Skilanglauf FT (5/10 km);

Samstag, 31. Januar:
Biathlon-Langstrecke

Sonntag, 1. Februar:
Skilanglauf-Sprint und Schlussfeier.
12. Januar 2009
Noch ein Schießfehler zu viel - Josef Giesen gewinnt Biathlon-Meistertitel in Nesselwang

Von Arno Schade

(asa) Internationaler deutscher Meister im Biathlon-Langstreckenrennen wurde bei den Titelkämpfen der nordischen Behinderten-Skiläufer am Wochenende in Nesselwang (Allgäu) der Herzlakener Josef Giesen.

Bei nahezu optimalen Wetterverhältnissen mit Temperaturen um minus fünf Grad und Dauer-Sonnenschein an allen drei Wettkampftagen eröffnete Josef Giesen die Deutschen Meisterschaften mit einem fünften Platz im Langlauf-Sprintrennen, nachdem er bereits im Prolog auf Rang fünf gelandet war. Auf einen Start im Langlaufrennen im klassischen Stil verzichtete der Contergangeschädigte und legte dafür am Samstag noch eine Biathlon-Trainingseinheit ein.

Das sollte sich lohnen, denn vor allem am Schießstand holte Josef Giesen den entscheidenden Vorsprung heraus. "Drei Schießfehler bei 20 Versuchen ist zwar noch zumindest einer zu viel, aber das kommt bei der Weltmeisterschaft noch", so Giesen selbstbewusst. Letztlich setzte er sich vor dem Freiburger Willi Brem und Michael Kurz (Österreich) durch und überzeugte damit auch Bundestrainer Werner Nauber, der ihm anerkennend auf die Schulter klopfte: "Mach weiter so, dann klappt das auch in Vuokatti."

Vor dem Abflug am 22. Januar zur Weltmeisterschaft in den hohen Norden Finnlands legt Josef Giesen jetzt noch ein privat organisiertes Trainingslager in Oberwiesenthal ein, wo er sich auf 1100 Metern Höhe optimal vorbereiten will. An gleicher Stelle hatte sich die komplette Nationalmannschaft unmittelbar vor Weihnachten schon einmal getroffen.

Mit von der Partie war Mitte Dezember auch die eigentlich als WM-Medaillenkandidatin gehandelte Verena Bentele (München), die sich bei einem Sturz bei den deutschen Meisterschaften jetzt ernsthafter verletzte und sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Ob die blinde Läuferin in Vuokatti starten kann, steht momentan noch nicht fest.
19. Dezember 2008
WM-Qualifikation im Trainingslager perfekt — auch Trainingssturz kann Josef Giesen auf dem Weg nach Vuokatti nicht stoppen

Von Arno Schade

Nur wenig besinnliche Zeit über die Feiertage kann sich Josef Giesen gönnen. Der Grund ist aber ein durchaus erfreulicher, denn der Behinderten-Skiläufer aus Herzlake hat die Nominierung für die Weltmeisterschaften Ende Januar in Vuokatti in der Tasche. Das vorweihnachtliche Präsent machte sich der Contergangeschädigte selbst mit der erfolgreichen Qualifikation beim Dezember Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft.

„Diese Saison verläuft schon etwas kurios“, sagt Josef Giesen selbst bei seinem Blick nach vorne. Im Gegensatz zu sonstigen Gewohnheiten sind die Weltmeisterschaften nicht der Höhepunkt, sondern der Auftakt der internationalen Wettkämpfe und des Weltcups. Weil auch die deutschen Meisterschaften vom 8. bis 11. Januar in Nesselwang (Allgäu) zu spät stattfinden, um die Meldefristen einhalten zu können., setzte Bundestrainer Werner Nauber den entscheidenden Wettkampf in Livigno (Italien) an. Mit zwei Schießfehlern bei 20 abgegebenen Schüssen und einer passablen Zeit erfüllte Josef Giesen die Vorgabe, war aber dennoch nicht ganz zufrieden: „Meine Schießleistung muss bei der WM noch besser werden.“

Dann geht es kurz nach seinem 47. Geburtstag im hohen Norden auch erstmals um Medaillen in der Biathlon-Verfolgung, die im Meisterschaftsprogramm den Sprint ersetzt.

Der Weg zu seiner fünften WM-Teilnahme nach Sunne (Schweden, 1996), Crans Montana (Schweiz, 2000), Mitteltal-Obertal (Deutschland, 2003) und Fort Kent (USA, 2005) war allerdings mit einigen Stolpersteinen und vielen zurückgelegten Kilometern bei Trainingslagern gepflastert. Das Benefizspiel gegen die Skisprung-Nationalmannschaft am 7. Juni in Meppen war zugleich der offizielle Start der Vorbereitungen von Josef Giesen auf die WM-Saison, die aber schon zehn Tage später unterbrochen werden mussten. Bei einem schweren Sturz auf Rollerski zog er sich eine Platzwunde über dem linken Auge zu und musste einige Tage im Krankenhaus verbringen. Nach einem 14-tägigen Trainingsverbot startete der mehrfache Medaillengewinner bei Weltmeisterschaften und Paralympics aber wieder durch.

Privat finanzierte Lehrgänge am Wohnort des Bundestrainers in Sehma (Erzgebirge), Leipzig, auf dem Dachsteingletscher und in Oberwiesenthal ergänzten dabei die offiziellen Maßnahmen des Leistungskaders Ski nordisch im Deutschen Behindertensportverband, zu dem weiterhin die mehrfachen Paralympicsieger Verena Bentele, Frank Höfle und Thomas Oelsner zählen. Und auch beim gemeinsamen Urlaub mit seiner Frau Heike Anfang Oktober auf Mallorca waren für den Herzlakener nicht nur Strandbesuche, sondern mehrere Laufeinheiten und Bergläufe angesagt.

Das große Ziel des gerade anlaufenden Wettkampfwinters ist für Josef Giesen zum einen die insgesamt sechste Weltmeisterschaftsmedaille. Danach will der amtierende Weltcup-Gesamtzweite im Biathlon diese Platzierung bei den weiteren Wettbewerben in Solleftea (Schweden), Whistler und Mount Washington (beide Kanada) zumindest wiederholen. Klappt alles nach Wunsch, wäre zudem ein ganz wichtiger Schritt in Richtung eines weiteren, und vermutlich für ihn auch letzten großen Höhepunkts gemacht, der Teilnahme an den Winter-Paralympics 2010 in Vancouver. Die Wettbewerbe in Whistler vom 5. bis 8. März sind als Pre-Paralympics dabei die Generalprobe für das Mega-Event zwölf Monate später in den kanadischen Rocky Mountains. Und Josef Giesen darf hoffen, in rund drei Monaten nicht zum letzten Mal dort antreten zu dürfen.
4. März 2008
Weltcup mit Platz fünf abgeschlossen. Josef Giesen improvisiert mit neuer Unterlage/"an Laufform arbeiten"

(asa) Knapp daneben, ist auch vorbei. Auch im letzten Biathlon-Rennen des laufenden Winters beim Weltcup-Finale in Nes (Norwegen) verpasste der Herzlakener Josef Giesen den angestrebten Platz auf dem Podest als Vierter knapp. Unter dem Strich steht damit in der Gesamtwertung der fünfte Platz mit 185 Punkten aus vier Rennen. Die ersten beiden vorgesehenen Wettbewerbe in Isny waren den schlechten Wetterverhältnissen zum Opfer gefallen.

Die letzten beiden Rennen in Skandinavien konnten zwar bei deutlich besseren äußeren Bedingungen ausgetragen werden, begannen für den Contergangeschädigten aber dennoch mit Problemen. Wegen einer kurzfristigen Veränderung seiner Schießauflage musste Giesen einmal mehr improvisieren. Mit Hilfe einer Styroporunterlage wurde Abhilfe geschaffen und die Resultate auf dem Schießstand konnten sich letztlich auch sehen lassen. Im Sprintrennen über 7,5 Kilometer blieb er auf dem Weg zu Platz fünf bereits fehlerfrei, kam aber selbst zu einem selbstkritischen Fazit bezüglich seiner Laufleistung: "Ich weiß, dass ich da gegenüber der Konkurrenz derzeit Defizite habe und damit auch, wo ich mit meinem Trainer Werner Nauber im Hinblick auf die kommende Saison arbeiten muss."

Diese Eindrücke bestätigten sich auch im abschließenden Verfolgungsrennen, mit dem die Saison 2007/2008 beendet wurde. Der
Paralympic-Silbermedaillengewinner aus Herzlake verschaffte sich mit Platz sechs in de Qualifikation (11:14,2/1) eine gute Ausgangsposition. Im Finale blieb er fehlerfrei, konnte die drei laufstärkeren Biathleten Nils Erik Ulset, Yoshihiro Nitta (1:09,2 min zurück) und Kirill Mikhaylov (1:16,7) bei einem Rückstand zum Sieger von 2:06,7 aber nicht in Gefahr bringen. Mit 360 Punkten verteidigte der Norweger Ulset seinen Weltcup-Gesamtsieg im Biathlon. Der diesmal nur auf Platz zwölf gelandete Franzose Yannick Bourseaux verlor Platz zwei (210) noch an Oleg Balukhto und Kirill Mikhalylov (je 250). Mit 185 Punkten folgt Josef Giesen auf Platz fünf.
29. Februar 2008
Verena Bentele macht Hattrick perfekt. Dritter Biathlon-Sieg der laufenden Weltcup-Saison/Willi Brem verpasst Treppchen knapp

(asa) Ihre makellose Serie bei den Biathlon-Wettbewerben der laufenden Weltcup-Saison der nordischen Behinderten-Skiläufer hat die blinde Verena Bentele in Nes fortgesetzt. Mit dem Sieg im Sprint über 7,5 Kilometer ist der Tettnangerin mit der Idealpunktzahl 300 der Gesamtsieg vor dem abschließenden Verfolgungsrennen in Norwegen praktisch nicht mehr zu nehmen. Dagegen besitzt der Freiburger Willi Brem als Zweiter der männlichen B-Klassen nur noch theoretische Chancen auf den Weltcupsieg. In der stehenden Männerklasse festigte Josef Giesen (Herzlake) seinen fünften Rang.

Jeweils drei Schießfehler leisteten sich beim Weltcup-Finale die beiden Hauptkonkurrentinnen Verena Bentele und Tatiana Iluchenko (Russland). Am Ende setzte sich die mit Begleitläufer Albrecht Volz startende Deutsche in 26:23,8 gegenüber 23:32,0 der Russin knapp durch. Im letzten Saisonrennen reicht Verena Bentele der vierte Platz zum Gesamtsieg.

Mit dem vierten Platz schrammte Willi Brem mit Guide Florian Grimm knapp am Treppchen vorbei. Der Physiotherapeut aus Freiburg leistete sich nur einen Schießfehler und beendete das Rennen in 23:14,5 min rund 15 Sekunden hinter dem in der Biathlon-Weltcupwertung mit 260 gegenüber 190 Punkten führenden, drittplatzierten Russen Vitalyi Lukyanenko (22:59,6, 1/2). Es siegte erneut der Kanadier Brian McKeever in 21:09,7 min (0/2).

Eine makellose Schießleistung zeigte im stehenden Männerrennen der Herzlakener Josef Giesen, der alle zehn Schuss ins Zentrum setzte. Weil aber auch die Konkurrenz mit Nils Erik Ulset an der Spitze (20:49,8 min), Kirill Mikhaylov (21:09,9) und Oleg Balukhto (21:44,0) nicht in die Strafrunden abbiegen musste, blieb ihm in 22:31,5 min letztlich der fünfte Platz. Mit 135 Punkten belegt er auch Rang fünf in der Weltcup-Gesamtwertung, die vom Titelverteidiger Ulset (260 Punkte) angeführt wird.

Ihr Visier nicht richtig eingestellt hatten dagegen in Nes der Einstockläufer Thomas Oelsner und Jörg Baldauf (Isny). Der Oberhofer Oelsner schoss vier Fahrkarten und landete in 24:12,2 min auf Platz zwölf. Gleich achtmal in die Strafrunde musste Baldauf, dem in 26:53,5 min daher nur Rang 16 blieb.
04. Februar 2008
Zwei Sekunden fehlen zu Platz drei.
Josef Giesen unterliegt nach 12,5 Kilometern im Herzschlagfinale von Vuokatti Platz sechs im Verfolgungsrennen


Von Arno Schade

Zumindest eine Platzierung auf dem Siegerpodest war das Ziel von Josef Giesen (Herzlake) bei den ersten beiden Biathlon-Wettbewerben der laufenden Weltcup-Saison in Vuokatti. Beim Langstreckenrennen lief er dann um ganze zwei Sekunden an Platz drei vorbei. Das abschließende Verfolgungsrennen beendete er als Sechster.

Zusammen mit dem Sieger Yannick Borseaux (Frankreich, 42:32,0/1) leistete sich der Emsländer als bester Schütze der Konkurrenz nur einen Schießfehler. Damit setzte er bei der letzten Schießeinlage den stark laufenden Kirill Mikhaylov unter Druck, blieb nach 12,5 Kilometern in 45:54,7 aber knapp hinter dem Russen (45:52,7). Ungefährdeter Zweiter wurde der Norweger Nils Erik Ulset (43:28,7).

Um eine ähnliche Platzierung zu erreichen und wieder in die Nähe des Podests zu kommen, hätte Giesen im Verfolgungsrennen fehlerfrei bleiben müssen. Ein Schießfehler war dann schon zu viel, und so reichte es diesmal mit der Gesamtzeit von 13:53,7 für Rang sechs. Nicht unzufrieden, aber andererseits doch noch etwas Luft nach oben, - so sein Fazit vor dem Weltcup-Finale vom 27. Februar bis 2. März in Nes (Norwegen), wo noch einmal zwei Biathlon-Rennen auf dem Programm stehen werden.

Große Probleme beim Schießen offenbarten dagegen am ersten Tag die beiden weiteren deutschen Starter der stehenden Männerklasse. Zehn Strafminuten sammelte Thomas Oelsner (Oberhof) ein, dem in 55:04,1 min nur der 14. Platz blieb. Noch schlimmer erwischte es Jörg Baldauf (Isny), der mit 16 Fehlschüssen nur noch Rang 19 rettete (1:01.00,8 Std). Um so erstaunlicher die Steigerung einen Tag später, als Baldauf alle Scheiben zum Umklappen brachte. Im Feld der 21 Starter der stehenden Männerklasse blieben dabei nur vier Teilnehmer fehlerfrei, darunter der Tagessieger Oleg Balukhto (Russland, 12:31,8/0) und der drittplatzierte Franzose Yannick Borseaux (13:11,9/0). Acht Sekunden fehlten Baldauf (13:38,5/0) zu Kirill Mikhalylov (13:30,5) auf Platz vier. Sein Visier etwas besser als im Langstreckenwettbewerb eingestellt hatte auch Thomas Oelsner. Mit zwei Fehlern erreichte er in 14:10,0 min Platz acht.

Mit Siegen in beiden Biathlon-Wettbewerben beeindruckte in Vuokatti aus deutscher Sicht vor allem Verena Bentele (Tettnang) in der B-Klasse der Frauen. Zu alter Form fand mit seinen Plätzen zwei und drei auch der
Freiburger Willi Brem zurück.
27. Januar 2008
Kontaktlinsen machen wieder Problem. Josef Giesen beim Langstreckenrennen in Vuokatti vorzeitig ausgestiegen.

(asa) "Ein Geschenk habe ich mir selbst wahrlich nicht gemacht" Mit sich selbst nicht ganz zufrieden war nach den beiden Auftaktrennen der zweiten Weltcupstation 2008 in Vuokatti (Finnland) der Herzlakener Josef Giesen.

An seinem 46. Geburtstag erreichte der Contergangeschädigte im Sprint mit seiner Prologzeit von 2:49 min immerhin das Viertelfinale. Dort allerdings kam das Aus und so rangierte Giesen letztlich auf Platz 16.
Dick kam es am Sonntag im Langstreckenrennen das im Gegensatz zu Oberstdorf im Freien Stil ausgetragen wurde. Die Nachwirkungen des langen "Klassikers" auf der WM-Strecke von 2005 spürte Josef Giesen immer noch: "Die Leiste tut auch Tage danach noch weh. Das war mit Sicherheit mein letztes langes Rennen im Diagonalstil." Der Ausstieg in Vuokatti nach einer bis dahin guten Vorstellung hatte jedoch andere Gründe. "In der dritten Runde habe ich meine Kontaktlinsen verloren", so Giesen zum Missgeschick, das ihm im Training von Isny bereits einmal unterlaufen war. Wegen der schwierigen Abfahrten gab er daraufhin das Rennen auf. Ersatz aus Deutschland ist aber bereits geordert, denn die bei besten äußeren Bedingungen stattfindenden Wettbewerbe in Vuokatti werdenschon am Dienstag, 29. Januar, mit dem Mittelstreckenrennen (klassisch) fortgesetzt.

Besondere Vorfreude herrscht beim Herzlakener vor den ersten beiden Biathlon-Wettbewerben der Saison, bei denen er im Kampf um die Podestplätze mitmischen will. Am Samstag, 2. Februar, geht es dabei über die 12,5 Kilometer-Langstrecke. Am Sonntag, 3. Februar, steht die Biathlon-Verfolgung
auf dem Programm.
23. Januar 2008
Im Flachen gegen Konkurrenz chancenlos. Josef Giesen nach anstrengender "Trainingseinheit" auf Platz 15

Von Arno Schade

"Immerhin bin ich nicht Letzter geworden." Mit leichtem Galgenhumor äußerte sich der Herzlakener Josef Giesen nach dem Abschlussrennen des Weltcups Ski nordisch der behinderten in Oberstdorf.

Erstmals seit mehr als zwei Jahren hatte sich der ohne Stöcke laufende Giesen an einem Langstreckenrennen über 20 Kilometer im klassischen Stil beteiligt. "Im Flachen ist die Konkurrenz reihenweise an mir vorbei
geschoben", so der Contergangeschädigte zu seinen Erlebnissen auf den sieben Runden, bei denen der höchste Anstieg zum Burgstall ausgespart blieb. Gerade wenn es bergan ging, konnte er aber mit den anderen Läufern der stehenden Männerklasse recht gut mithalten, "daher war das für mich eine perfekte´Trainingseinheit". In der Ergebnisliste tauchte Josef Giesen mit seiner Endzeit von 1:24,21.0 Stunden auf Platz 15 auf.

Gute Nachrichten gab es derweil für alle Behindertensportler vor ihrem Abflug in Richtung Vuokatti vom Austragungsort der nächsten Wettkämpfe. "Dort ist es wieder kälter geworden; und Schnee gibt es wohl auch", hofft Josef Giesen nun auf die ersten Einsätze im Biathlon. Als Führender der Weltcup-Gesamtwertung und in der erstmals durchgeführten "kleinen Tour de Ski" geht nach seinen jeweils zwei Siegen und zweiten Plätzen der Routinier Frank Höfle aus Isny auf die zweite Station des Wettkampfwinters. Mit zwei Siegen gelang auch Verena Bentele (Tettnang) bei den Rennen im Allgäu ein
guter Saisoneinstand.
22. Januar 2008
Sturz in der Abfahrt verläuft glimpflich. Josef Giesen Elfter beim Weltcup-Kurzstreckenrennen in Oberstdorf

Von Arno Schade

„Natürlich ist ein elfter Platz nicht das, was ich mir vorgestellt hatte“, kommentierte der Herzlakener Josef Giesen seinen zweiten Auftritt im Weltcup Ski nordisch der Behinderten 2008, „eigentlich wollte ich schon weiter nach vorne“. Unglückliche Umstände verhinderten aber den Sprung unter die besten Acht.

Nach dem Ausfall der beiden Biathlon-Wettbewerbe war ein Kurzstreckenrennen über fünf Kilometer kurzfristig in das Wettkampfprogramm aufgenommen worden und wurde in Oberstdorf ausgetragen. „Im Flachen war ich auch schnell unterwegs, das hat gepasst“, blickte er auf das Rennen zurück. Zum Problem für fast alle Teilnehmer wurde auf der anspruchsvollen WM-Strecke im Allgäu die bei besten äußeren Verhältnissen superschnelle Abfahrt vom Burgstall hinunter in Richtung Skistadion. So auch für den Contergangeschädigten, der bereits vor dem, Rennen vor der Gefahrenstelle gewarnt hatte, den es kurz vor der Brücke aber dann doch in den Schnee warf. „Dadurch habe ich natürlich komplett das Tempo und dementsprechend viel Zeit verloren“, so Giesen. Allerdings blieb er im Gegensatz zu einigen Konkurrenten von einer Verletzung verschont. Eine französische Läuferin der Blindenklasse erlitt dabei sogar einen Beinbruch.

Die Organisatoren vom WSV Isny, die sich wie bereits am Tag zuvor wieder ganz früh auf den Weg gemacht hatten, um allen 100 Startern in Oberstdorf gute Bedingungen zu bieten, reagierten sofort. Für das abschließende Langstreckenrennen wurde der Kurs verändert und die tückische Abfahrt bleibt ausgespart. Das freut auch Josef Giesen, der erstmals seit rund zwei Jahren wieder ein 20 Kilometer-Rennen im klassischen Stil bestreiten wird.

„Für mich ist das eine sehr gute Trainingseinheit im Hinblick auf die folgenden Weltcup-Rennen in Vuokatti“, meint Josef Giesen zum Stellenwert des letzten Wettbewerbs in Oberstdorf.

Die Entscheidung zugunsten des zunächst nicht vorgesehenen Starts fiel in Absprache mit Bundestrainer Werner Nauber, der seit Anfang des Jahres zugleich als Heimtrainer des Emsländers fungiert. „Mit ihm ist der Kontakt bei Lehrgängen und Wettkämpfen viel enger; mit meinem vorherigen Trainer Siegfried Menz gab es da zuletzt doch einige Kommunikationsprobleme“, begründet Giesen der Wechsel in der sportlichen Betreuung.
21. Januar 2008
Wetterpech für Josef Giesen in Isny
Beim Weltcup-Auftakt im Allgäu beide Biathlon-Rennen abgesagt!

Von Arno Schade

"Das ist für mich natürlich sehr schade, aber durch das regnerische Wetter blieb den Organisatoren hier in Isny keine andere Wahl." Relativ gelassen kommentierte der nordische Behinderten-Skiläufer Josef Giesen die Absage der beiden beim Weltcup-Auftakt geplanten Biathlon-Rennen.

Die erhofften Punkte in seiner Spezialdisziplin muss der Herzlakener jetzt bei den weiteren Weltcup-Stationen in Vuokatti und Nes (Norwegen) sammeln, - wenn das Wetter den rund 100 Läuferinnen und Läufern aus 21 Nationen nicht noch einen Strich durch die Rechnung macht. "In Vuokatti hat es zwei Grad plus und es regnet auch", hat Josef Giesen mittlerweile erfahren. Schon am Mittwoch reist der Weltcup-Tross nach Finnland weiter.

Mit seinem neunten Platz im stehenden Männerrennen über die Mittelstrecke im freien Stil zeigte sich Josef Giesen (Herzlake, 26:53,9) zufrieden. Sein Rückstand auf den Sieger Kirili Mikhaylov (Russland, 24:28,0) hielt sich in Grenzen, und lange Zeit kämpfte er auf der 10 Kilometer-Strecke um Platz vier mit. "Läuferisch ist das eine gute Basis für die kommenden Aufgaben", so Giesen, der als einziger deutscher Starter dieser Klasse das Ziel erreichte.

Mit Thomas Oelsner konnte ein Mitfavorit auf Podestplätze aus beruflichen Gründen erst in der Nacht nach dem Auftaktrennen nach Isny anreisen, verzichtete aber ebenso wie Josef Giesen auf den Start bei dem kurzfristig in Oberstdorf angesetzten Biathlon-Ersatzrennen über die Mittelstrecke im klassischen Stil. Geplant hat er noch die Teilnahme am Kurzstreckenrennen, während er zum Abschluss über die 20 Kilometer-Distanz nicht mehr antreten wird.
15. Januar 2008
Josef Giesen vor Weltcupstart bestens beschützt.
Nach früher Anreise erste Trainingseinheiten in Isny absolviert.

Von Arno Schade

Als erster deutscher Teilnehmer am Austragungsort der Weltcup-Wettbewerbe der nordischen Behinderten-Skiläufer eingetroffen ist am letzten Freitag der Biathlon-Paralympicsieger von Salt Lake City, Josef Giesen (Herzlake).

In Isny stehen von Freitag bis Dienstag, 18. bis 22. Januar 2008, die ersten vier Rennen der Saison auf dem Programm. Zusammen mit den ebenfalls bereits im Allgäu trainierenden Mannschaften aus Japan und den USA drehte Giesen nach der zehnstündigen Anreise aus dem schneelosen Emsland seine Trainingsrunden auf dem mit Kunstschnee präparierten Strecken.

Die Organisatoren des WSV Isny sind nach ihren intensiven Vorbereitungen optimistisch, die Rennen nicht wiederum an den
Ausweichort Oberstdorf verlegen zu müssen. "Das sieht bisher ganz gut aus, und die Leute hier unternehmen alle Anstrengungen, dass es auch klappt", kann Giesen beobachten.

Bestens untergebracht und betreut fühlt sich der Herzlakener im Stephanuswerk in Isny, in dem derzeit auch einige Profiboxer des
Universum-Stalls aus Hamburg ihr Trainingslager aufgeschlagen haben. "Ich fühle mich daher bestens beschützt", schmunzelt Giesen, der auch schon erste Kontakte zu den starken Männern knüpfte, zu denen am Dienstag noch eine Weltmeisterin stoßen wird.

In der Sporthalle der auf einem Hügel oberhalb von Isny gelegenen Einrichtung absolvierte Josef Giesen auch einige Schießtrainingseinheiten, war dabei aber leicht gehandicapt. "Ich habe eine Kontaktlinse verloren und musste mit Brille laufen und schießen. Ersatz ist aber schon unterwegs", gibt er gleichzeitig Entwarnung.

Nach einer guten Vorbereitung bei den Lehrgängen im Dezember sieht auch Bundestrainer Werner Nauber (Sehmatal) den Starts von Josef Giesen mit großen sportlichen Erwartungen entgegen. Im Gegensatz zu den Vorjahren wird sich der Biathlon-Spezialist dabei nicht ausschließlich auf "seine" beiden Rennen am Samstag und Sonntag, 19./20. Januar, konzentrieren, sondern als "Aufgalopp" am Freitag bereits den 10 Kilometer-Speziallanglauf bestreiten. Ob er zum Abschluss am Dienstag über die Mittelstrecke geht, wird vor Ort entschieden.

Als Hauptziel für die laufende Saison gelten für Giesen und Nauber möglichst viele Podestplätze und eine vordere Platzierung in der Biathlon-Gesamtwertung des Weltcups, der weitere Rennen in Vuokatti (Finnland, 26. Januar bis 3. Februar) und Nes (Norwegen, 28. Februar bis 2. März) umfasst. Damit würde die weitere Zugehörigkeit zum A-Kader gesichert sein.
17. November 2007
Giesen holt "Adler" ins Emsland

Skisprung-Nationalteam kommt mit Hannawald und Schmitt zum Benefiz-Fußballspiel

Bericht aus Meppener Tagespost
„Das wird ein großes Event“, ist sich Biathlon-Paralympic-Medaillengewinner Josef Giesen sicher. Er hat die deutsche Nationalmannschaft der Skispringer mit ihren aktuellen und ehemaligen Stars im Mai/Juni nächsten Jahres ins Emsland eingeladen.

In der Vivaris Arena in Meppen bestreiten die „Adler“ ein Benefiz-Fußballspiel gegen die Nationalmannschaft des nordischen Behindertenskilaufs.

Mit dieser bundesweit Aufmerksamkeit erzielenden Veranstaltung erarbeitet der „Verein zur Förderung des nordischen Behindertenskilaufs in Deutschland“ in den vergangenen Jahren die Gelder für eine optimale Vorbereitung der gehandicapten Sportler auf die Paralympics, auf Welt- und Europameisterschaften sowie für die Nachwuchsförderung.

„Zehn Jahre bin ich dazu immer nach Süddeutschland gefahren. Jetzt haben mir die Kollegen und auch Skisprung- Bundestrainer Peter Rohwein zugesagt, dafür auch mal in den Norden zu kommen“, freut sich Giesen auf den Besuch der Gäste in seiner Herzlaker Heimat. Im Hotel Aselager Mühle werden die Wintersportler Quartier beziehen. Unabhängig davon, wie erfolgreich die Skiflieger in der aktuellen Saison sind, ist es
Ehrensache für die Adler, mit dabei zu sein. Für den populären vierfachen Weltmeister Martin Schmitt ebenso wie für Sven Hannawald, den 2005 offiziell zurückgetretenen Olympiasieger und ersten Tournee-Grand-Slam-Gewinner der Geschichte. „Die kommen mit, wenn es eben geht“, ist Giesen sicher.

Im letzten Jahr in Baiersbronn, wo die Veranstaltung „geboren“ und zum zehnten Mal ausgerichtet wurde, hatte der jetzt in Berlin lebende Hannawald eines der beiden Tore für die Skiflieger geschossen. Das Spiel gewann jedoch die Behinderten- Nationalmannschaft, u. a. durch ein Tor von Giesen, mit 6:2. Nach zuvor sechs Siegen und drei Unentschieden hatten die deutschen Adler erstmals verloren.

„Das Spielergebnis ist absolut zweitrangig“, erklärte damals Martin Schmitt. „Wichtig ist der Erfolg für die gute Sache.“ Der war bei 20.000 Euro Überschuss für die Förderung des nordischen Behindertenskilaufs allemal gegeben.

Zum Rahmenprogramm des Spiels gehört auch immer eine Megaparty der Skispringer mit den Fans. Im Emsland dürfen sich die Skisportfreunde auch auf einen zünftigen Hüttenabend in einem großen Festzelt freuen.

Der genaue Termin des Events liegt noch nicht fest. Josef Giesen und Bundestrainer Peter Rohwein haben entweder Samstag, den 17. Mai oder 24. Mai, eventuell auch ein Wochenende im Juni ins Auge gefasst. Organisatorische Unterstützung für das
Fußballspiel hat der SV Meppen bereits zugesichert.
18. Juni 2007
Josef Giesen unter der Haube

Mehr Schweiß vergossen als bei einem Kurzstreckenrennen im Weltcup hat Josef Giesen am Samstag, 2. Juni, im Rathaus seiner Heimatgemeinde Herzlake. Am Ende der halbstündigen Zeremonie im Sitzungssaal aber gab es ausnahmsweise einmal zwei "Sieger": Josef und Heike Giesen sind verheiratet!

Genau um 11.18 Uhr beantwortete der frisch gebackene Ehemann in Anwesenheit der Familienmitglieder und einiger Freunde die entscheidende Frage des Bürgermeisters ebenso wie anschließend seine Heike mit einem deutlichen "Ja". Böllerschüsse kündeten unmittelbar darauf auf dem Platz vor dem Rathaus vom freudigen Ereignis, wo bei dem Anlass würdigen "Kaiserwetter" viele Gratulanten das Brautpaar erwarteten. Vor dem Mittagessen im engeren Familienkreis wurde die Eheschließung auch schon einmal begossen und damit an den Abend zuvor angeknüpft, als die Nachbarn das gemeinsame Haus in der
Appelallee 9 in traditioneller Weise geschmückt hatten.

Zur großen Hochzeitsfeier versammelten sich rund 200 Gäste am Abend im eigens aufgebauten Festzelt im Herzlakener Ortsteil Felsen. Nach dem Essen sorgten unter anderem Vorführungen der Nachbarn und des Stammtischs für Unterhaltung. Spürsinn bewies der junge Ehemann, als nach einem Ablenkungsmanöver kurz vor Mitternacht die Braut kurzzeitig entführt wurde. Mit ihrer Rückkehr ins Zelt wurde zugleich die nächste Runde einer langen Nacht eingeläutet. Auch der ebenfalls unter den Gästen weilende Bundestrainer Werner Nauber konnte daher erfreut feststellen: Kondition und Form stimmen!
16. März 2007
Weltcup-Gesamtplatz zwei für Josef Giesen — Norweger Nils-Erik Ulset behauptet Führung beim Finale in Kanada

(asa) Der Griff von Josef Giesen nach der Weltcup-Krone ging knapp vorbei. Nach den Plätzen zwei und vier in den beiden abschließenden Rennen in Mount Washington/Vancouver Island belegt der nordische Behindertenskiläufer vom VfL Herzlake in der Gesamtwertung des Biathlon-Weltcups mit 305 Punkten Platz zwei hinter dem Norweger Nils-Erik Ulset (380).

Mit einem Punkterückstand nach den vorherigen Weltcup-Veranstaltungen in Vuokatti (Finnland), Oberstdorf und Solleftea (Schweden), aber einer letzten Kampfansage reiste der Contergangeschädigte zu den Weltcup-Finalrennen in Kanada. In Abwesenheit der starken Läufer aus Russland, Weißrussland und der Ukraine sorgten dort zunächst im Sprintwettbewerb der Oberhofer Thomas Oelsner (2 Schießfehler) und Josef Giesen (1) für einen deutschen Doppelsieg in der stehenden Männer-Klasse. Damit nahm das deutsche Duo auch dem Weltcup-Spitzenreiter Ulset einige Punkte ab, der sich nach der schnellsten Prologzeit im Finale ungewohnte fünf Schießfehler leistete.

Ganz anders präsentierte sich Nils-Erik Ulset zwei Tage später im Biathlon-Langstreckenwettbewerb. Der konstanteste Biathlet des Winters traf bei allen 20 Versuchen, gewann in 43:57,9 min ganz deutlich und machte damit den Weltcup-Gesamtsieg perfekt. Nicht so treffsicher zeigte sich diesmal Josef Giesen. Nach vier Fehlern am Schießstand belegte in der Gesamtzeit von 46:34,0 min ganz knapp hinter dem Isnyer Jörg Baldauf (46:29,5) Platz vier. Bester Deutscher war Thomas Oelsner, der sich trotz fünf Schießfehlern mit einer guten Laufleistung in 44:55,8 min noch Rang drei sichern konnte.

In der Gesamtwertung verfehlte der bei den Rennen in Solleftea aus beruflichen Gründen fehlende Thomas Oelsner als Vierter mit 260 Punkten einen Treppchenplatz im Gesamt-Weltcup nur knapp gegenüber dem Franzosen Yannick Bourseaux (266). Mit 196 Punkten kam Jörg Baldauf auf Platz fünf.
23. Februar 2007
Deutscher Behindertensportverband
Abteilung Ski Nordisch
Pressemitteilung Weltcup Solleftea (Schweden)

Ähnliche Bedingungen wie die alpinen Skirennläufer bei ihren
Weltmeisterschaften in Are finden die nordischen Behinderten-Skiläufer beim dritten Teil des Weltcups 2006/2007 in Solleftea vor. Mit Temperaturen um minus 20 Grad und Sonnenschein wurden die Teilnehmer in Schweden empfangen. Von Donnerstag bis Sonntag, 22. bis 25. Februar, stehen im Austragungsort der letzten Europameisterschaften 2001 je zwei Biathlon-Wettbewerbe und
Speziallangläufe auf dem Programm.

Nach den bisherigen Wettbewerben in Vuokatti (Finnland) und Isny/Oberstdorf versprechen vor allem die Rennen in der Blinden/Sehbehinderten-Klasse der Männer viel Spannung. In der Langlauf-Weltcupwertung führt derzeit der Weißrusse Vasili Shaptsiaboi mit 609 Punkten vor dem fast gleichauf liegenden deutschen Duo Frank Höfle (Isny/559) und Willi Brem (Freiburg/552). Unter diesen drei Läufern wird die Entscheidung um den Weltcupsieg fallen, denn der viertplatzierte Russe Nikolay Polukhin (370) liegt bereits zu weit zurück. Michael Bentele (Tettnang) als dritter deutscher Teilnehmer der B-Klasse liegt augenblicklich mit 60 Punkten auf Platz 13.

Nicht am Start ist Frank Höfle wiederum bei den beiden Biathlonwettbewerben. Willi Brem hofft dagegen schon beim Rennen am
Donnerstag über die lange Distanz ebenso auf einen vorderen Platz wie der Herzlakener Josef Giesen. Der Contergangeschädigte führt nach den beiden bisherigen Wettbewerben die Weltcupwertung in der stehenden Männerklasse an.

Nach dem Ausfall der in Deutschland geplanten Biathlonrennen will der
Paralympic-Silbermedaillengewinner die Spitzenstellung in seiner Spezialdisziplin verteidigen. Zweiter deutscher Starter in der stehenden Männerklasse ist nach den berufsbedingten Verzicht von Thomas Oelsner (Oberhof) Jörg Baldauf. Der Isnyer gehörte nicht zur Mannschaft in Vuokatti, liegt nach den Heimrennen in Oberstdorf mit 187 Punkten als bester Deutscher aber bereits auf Platz 10 im Langlauf-Weltcup. Nur 22 Punkte fehlen ihm zu Platz acht, der ihm am Ende der Saison den A-Kader-Status zurück bringen könnte. Noch kein Rennen konnte in der laufenden Saison Verena Bentele (Tettnang) bestreiten, die unmittelbar vor den Rennen in Vuokatti von einer Krankheit zurück geworfen wurde. In der B-Klasse der Frauen gilt es für sie in den kommenden vier Rennen in Schweden und beim Weltcup-Finale vom 10. bis 14. März in Mount Washington (Kanada) noch möglichst viele Punkte zu sammeln.
Zumindest in den beiden Biathlon-Rennen von Solleftea gilt sie trotz ihres Trainingsrückstands als Mitfavoritin.

Zeitplan der Weltcup-Rennen in Solleftea:
Donnerstag, 22. Februar:
Biathlon-Langstrecke (12,5 km)

Freitag, 23. Februar:
Biathlon-Kurzstrecke (7,5 km)

Samstag, 24. Februar:
Langlauf-Kurzstrecke (Freie Technik)

Sonntag, 25. Februar:
Langlauf-Mittelstrecke (Klassische Technik)
25. Januar 2007
11 Mal auf den gefürchteten Burgstall - Josef Giesen beim Langstreckenrennen in Oberstdorf auf Rang 13

(asa). Mit dem 13. Platz im Langstreckenrennen (Skating) beendete Josef Giesen vom VfL Herzlake seine Einsätze beim Weltcup Ski nordisch der Behinderten in Oberstdorf. Auf die im klassischen Stil ausgeschriebenen letzten beiden Wettbewerbe wird er verzichten, um sich bereits auf die nächsten Biathlon-Wettbewerbe vorzubereiten.

Beim Rennen über 18,7 Kilometer war von allen rund 90 angetretenen Behinderten-Skilangläufern der von den Rennen der Weltmeisterschaften bekannte und von vielen Athleten gefürchtete Burgstall insgesamt elf Mal zu bewältigen. „Das war ohne Stöcke schon hart, auch wenn wir gegenüber den Nichtbehinderten nur die halbe Steigung hinter uns bringen müssen“, so Giesen nach dem Kräfte raubenden Langstreckenwettbewerb. Mit 58:06,4 min erreichte er am Ende in der stehenden Männerklasse den 13. Platz. In dem vom Amerikaner Steve Cook (50:19,1) klar dominierten Wettbewerb war in Abwesenheit des aus beruflichen Gründen bereits abgereisten Thomas Oelsner (Oberhof) der derzeit nicht dem deutschen A-Kader angehörende Jörg Baldauf (Isny, 53:31,1 min) als Sechster bester Deutscher.

In blendender Form zeigt sich in Oberstdorf weiterhin der Blinde Willi Brem (Ketterschwang/PSV München), dem nach vorherigen zweiten und dritten Plätzen in einem dramatischen Rennen nach 48:46,6 min mit 6,6 Sekunden Vorsprung der erste Saisonsieg gelang. Der bisher in seinen Heimrennen zweimal erfolgreiche Frank Höfle (Isny, 49:50,6)) belegte hinter dem Weltcup-Führenden Vasili Shaptsiboi (Weißrussland, 48:53,2) Platz drei.

In Oberstdorf wird Josef Giesen am Freitag das Rennen seiner Kollegen verfolgen und trotz seines Geburtstags zudem die guten Schneeverhältnisse noch zu einer Trainingseinheit nutzen. „Die Veranstalter haben hier trotz schwieriger Bedingungen einen hervorragenden Job gemacht“, lobte er die einheimischen Helfer und Organisatoren vom WSV Isny. Bei den nächsten Wettbewerben Mitte Februar in Solleftea (Schweden) hoffen alle Teilnehmer wieder auf gute Bedingungen und viel Naturschnee. Bei zwei Rennen in seiner Spezialdisziplin will Josef Giesen dann auch die Weltcup-Führung im Biathlon verteidigen.
24. Januar 2007
Zwei Plätze vor russischem Rivalen
Josef Giesen im Weltcup auf Rang 15/Startverzicht im Sprint

(asa) Mit einem 15. Platz stieg der Herzlakener Josef Giesen in die in
dieser Woche laufenden Weltcuprennen der nordischen Behinderten-Skisportler in Oberstdorf und Tannheim ein.

Wegen der kurzfristigen Verlegung aus dem bis Montag weitgehend schneefreien Isny auf die WM-Strecken von Oberstdorf wurden zum Bedauern des Paralympic-Silbermedaillengewinners die vorgesehenen Biathlon-Wettbewerbe abgesagt. Während die letzten Rennen der Deutschen Skilanglaufmeisterschaften am Wochenende wegen des Sturm Kyrill abgesagt wurden, gingen die unter dem Patronat des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) ausgetragenen Rennen zunächst planmäßig über die Bühne.

Nach dem Startverzicht von Giesen beim einleitenden K.o. Sprintwettbewerb im klassischen Stil hatte er im Mittelstreckenrennen (freier Stil) eine auf 8,5 Kilometer verkürzte Strecke zu bewältigen. In der stehenden Männerklasse war aus Sicht der deutschen Mannschaft überraschend der im Moment nicht dem A-Kader angehörende Jörg Baldauf auf Platz 10 (23:16,6 min) der schnellste des DBS-Trios. Thomas Oelsner erreichte in 23:41,6 min Platz 12; Josef Giesen Rang 15 (24:44,5). Damit platzierte er sich in dem von ihm immer wieder gesuchten Vergleich um zwei Plätze vor dem ebenfalls ohne Stöcke in der Wettkampfklasse LW5/7 laufenden Russen Konstantin Yanchuk (25:58.7). Das an der Spitze sehr knappe Rennen wurde von drei Startern der Wettkampfklasse LW4 dominiert. Es siegte Steve Cook (USA, 21:41,4) vor Kirill Mikhaylov (Russland, 21:51,6) und Kjartan Haugen (Norwegen, 21:52,6).

Der Heimsieg von Frank Höfle (Isny) im Mittelstreckenrennen war aus deutscher Sicht der Höhepunkt der ersten beiden Tage. Mit den Plätzen zwei (Sprint) und drei im Rennen der B-Klassen konnte auch Willi Brem
(Ketterschwang/PSV München) überzeugen.
15. Januar 2007
Verzicht auf das letzte Rennen -
Josef Giesen in Vuokatti noch einmal auf Platz 13

(asa) Zwei Podestplätze für die deutschen Teilnehmer gab es in den beiden Skilanglauf-Wettbewerben beim Weltcup-Auftakt der nordischen Behinderten-Skiläufer in Vuokatti (Finnland). Nur noch einmal startete am letzen Wochenende der Herzlakener Josef Giesen.

In der stehenden Männerklasse holte im 10 km-Rennen (Freistil) zunächst der Norweger Nils-Erik Ulset in 22:02 min seinen zweiten Erfolg in Vuokatti nach dem Sieg im Biathlon-Langstreckenrennen. Für die beiden deutschen Starter Thomas Oelsner (Oberhof, 22:41) und Josef Giesen (23:42) blieben die Plätze 9 und 13. Als persönlichen Erfolg wertete der Herzlakener den Sieg im persönlichen Vergleich mit dem in der gleichen Wettkampfklasse startenden Konstantin Yanchuk, der in 23:52 min direkt hinter Giesen auf Platz 14 kam.

Am Sonntag verzichtete der Contergangeschädigte schließlich auf einen Start im abschließenden 20 km-Rennen in der klassischen Technik, da der ohne Stöcke laufende Biathlon-Spezialist in dieser Disziplin chancenlos ist. "Ich bin mit den ersten Rennen des Jahres und meiner Form dennoch sehr zufrieden und freue mich vor allem im Biathlon weiter in der absoluten Weltklasse mitmischen zu können", so Josef Giesen vor seiner Abreise aus dem hohen Norden. Umso bedauerlicher, dass die beim Heim-Weltcup im Allgäu geplanten Wettbewerbe in seiner Spezialdisziplin nach der Verlegung der Wettkämpfe aus Isny nach Oberstdorf aus technischen Gründen abgesagt werden mussten: »Schade, ich wäre vor heimischem Publikum gerne im gelben Trikot des
Weltcup-Spitzenreiters gestartet". Für die beiden Podestplatzierungen am letzten Weltcup-Wochenende in Vuokatti sorgten mit Platz zwei im 10 km-Rennen (freie Technik) der B-Klassen der vielfache Paralympicsieger und Weltmeister Frank Höfle (Isny, 21:11 min), der sich dem Weißrussen Vasily Shaptsiaboi (21:01 min) nur knapp geschlagen geben musste. Beim 20 km-Langlauf in der klassischen Technik lieferte zum Abschluss der Blinde Willi Brem ein starkes Rennen und kam nach 50:37 min nur 41 Sekunden hinter dem Sieger Vasily Shaptsiaboi (Weißrussland, 49,56 min) als Dritter ins Ziel. Im innerdeutschen Duell ließ er damit diesmal den Sehbehinderten Frank Höfle (4./50:44 min) hinter sich.
Pressemitteilung, 14. Januar 2007
DEUTSCHER BEHINDERTEN-SPORTVERBAND ABTEILUNG
SKI NORDISCH

Im gelben Trikot des Führenden im Weltcup der nordischen Behinderten-Skiläufer geht nach den ersten beiden Biathlon-Rennen der Saison 2006/2007 in Vuokatti (Finnland) der Herzlakener Josef Giesen in die kommenden Rennen. Die ab dem kommenden Wochenende (20./21. Januar) in Isny geplanten deutschen Heimwettbewerbe in dieser Disziplin sind allerdings wegen der schlechten Schneelage stark gefährdet.

Mit den Plätzen zwei und eins setzte sich der contergangeschädigte Josef Giesen an die Spitze der Wertung in der stehenden Herren-Klasse. Mit zwei fehlerfreien Schießeinlagen und der Gesamtzeit von 20:33 min sicherte sich der Biathlon-Spezialist den Sieg im Sprintwettbewerb vor dem in der gleichen Wettkampfklasse (LW5/7) ebenfalls ohne Stöcke laufenden Russen Konstantin Yanchuk (20:58). Am Tag zuvor hatte der Silbermedaillengewinner der Paralympics von Turin den Erfolg über die Biathlon-Langstrecke (12,5 km) durch einen Fehler beim allerletzten Schuss nur um vier Sekunden verpasst. Es siegte der Norweger Nils-Erik Ulset in 37:15 min vor Josef Giesen (37:19) und dem Oberhofer Thomas Oelsner (38:09 min). Der Einstockläufer legte bei sehr guten äußeren Bedingungen die beste Laufzeit hin, hatte aber Pech auf der Schießanlage mit einigen bei der Kälte eingefrorenen Klappscheiben. Mit wiederum drei Schießfehlern kam der vielfache Paralympicsieger im Biathlon-Sprint in 22:03 min noch auf den sechsten Platz.

Einen guten Saisonstart erwischte auch der Blinde Willi Brem (Ketterschwang/PSV München). Der in Freiburg lebende Physiotherapeut kam trotz zweier Stürze und mit zwei Schießfehlern im »langen« Biathlon in 40:29 min auf Platz zwei hinter dem überragenden Russen Irek Mannanov (35:24 min). Das Sprintrennen beendete Brem mit einem Schießfehler auf Platz drei (21:03 min) hinter Vasily Shaptsiaboi (Weißrussland, 20:23). Es siegte erneut Mannanov (19:15 min), der damit in der B-Klasse der Blinden und Sehbehinderten die Weltcup-Gesamtwertung deutlich anführt. Ebenfalls einmal die Scheibe verfehlte im Sprint der Tettnanger Michael Bentele. Mit der Gesamtweit von 22:39 min erreichte der blinde Läufer Platz fünf und wiederholte damit sein Resultat des Vortages. Im Biathlon-Langstreckenrennen wurde Bentele im Ziel mit einer Zeit von 46:39 min notiert.

In Vuokatti bei den beiden Biathlon-Rennen nicht am Start waren Verena Bentele (Tettnang) und Frank Höfle (Isny). Die zweifache Goldmedaillengewinnerin von Turin musste wegen einer Krankheit auf Starts in Finnland verzichten und flog noch während der laufenden Wettbewerbe nach Deutschland zurück. Der Routinier Höfle konzentriert sich seit der vergangenen Saison ausschließlich auf die Skilangläufe und bestritt in Vuokatti die Rennen über 10 und 20 Kilometer.

Hinweis an die Redaktionen: Ein zusammenfassender Bericht der beiden
Skilanglauf-Wettbewerbe in Vuokatti wird folgen.

Arno Schade
Pressesprecher
DBS-Abteilung Ski nordisch
Pressemitteilung, 11. Januar 2007
DEUTSCHER BEHINDERTEN-SPORTVERBAND ABTEILUNG SKI NORDISCH


Saisoneinstand mit Platz zwei - Josef Giesen fehlen vier Sekunden zum Sieg in Vuokatti

Von Arno Schade

Mit drei Podestplätzen im Biathlon-Langstreckenrennen in Vuokatti (Finnland) starteten die deutschen nordischen Behinderten-Skiläufer erfolgreich in die Weltcup-Saison 2006/2007. Im Stehend-Wettbewerb der Herren fehlten Josef Giesen (Herzlake) nur vier Sekunden zu Platz eins. Rang drei ging an Thomas Oelsner (Oberhof). Zweiter der Herren-B-Klasse (Blinde/Sehbehinderte) wurde Willi Brem (PSV München).

Bei im Gegensatz zu den Trainingstagen nahezu idealen Bedingungen (Sonnenschein/minus 5 Grad) und auf einer hervorragend präparierten Strecke blieb der Biathlon-Spezialist Josef Giesen bis auf den allerletzten Schuss fehlerfrei. Mit seiner Gesamtzeit von 37:19 min lag er nach 12,5 Kilometern lange an der Spitze des Tableaus und zunächst auch etliche Sekunden vor seinem Hauptrivalen Nils-Erik Ulset (Norwegen). Nach etlichen Protesten wegen eingefrorener Klappscheiben am Schießstand wurde dessen Zeit aber auf 37:15 min (2 Schießfehler) korrigiert. Dritter wurde mit der schnellsten Laufzeit, aber drei Schießfehlern der Oberhofer Thomas Oelsner (38:09 min), der bei seinen Schießeinlagen ebenfalls Pech mit den nicht korrekt reagierenden Scheiben hatte. „Ich bin mit meiner Leistung absolut zufrieden“, erklärte Josef Giesen nach dem Auftaktwettbewerb der laufenden Saison.

Mit der absoluten Elite mithalten konnte auch der in Freiburg arbeitende Blinde Willi Brem. Trotz zweier Stürze und zwei Schießfehlern kam er in 40:29 min ebenfalls auf Platz zwei, hatte aber einen großen Zeitrückstand auf den überragenden Russen Irek Mannanov (35:24 min). Michael Bentele aus Tettnang kam in 46:39 min auf Platz fünf.

Nicht am Start waren die erkrankte Mitfavoritin Verena Bentele und der nur noch auf Langlauf spezialisierte Frank Höfle. Ob die Tettnangerin bei den weiteren Rennen in Vuokatti in das Geschehen eingreifen kann, steht noch nicht fest.
Pressemitteilung, 10. Januar 2007
DEUTSCHER BEHINDERTEN-SPORTVERBAND ABTEILUNG SKI NORDISCH

(asa) Mit Regen und starkem Wind wurden die Teilnehmer der ersten Weltcup-Veranstaltung der nordischen Behinderten-Skiläufer in der
nach-paralympischen Saison im hohen Norden empfangen. Zahlreiche Helfer bemühen sich derzeit die Ausrichter in Vuokatti (Finnland) um eine termingerechte und faire Durchführung der vier geplanten Rennen.

Das Programm wird am Donnerstag, 11. Januar, um 10.30 Uhr Ortszeit mit einem Biathlon-Langstreckenwettbewerb (12,5 km) eröffnet. Am Freitag, 12. Januar, folgt ein kurzer Biathlon über 7,5 km. Langläufe über 10 km (freier Stil, Samstag 13. Januar), und 20 km (klassische Technik, Sonntag 14. Januar) schließen die erste Serie des Weltcups ab, der ab dem 20. Januar mit Wettbewerben in Isny und Tannheim fortgesetzt werden soll.

Vor dem Saisonauftakt gibt es aus dem deutschen Lager den ersten Ausfall zu vermelden. Wegen einer Krankheit kann die Paralympicsiegerin Verena Bentele (Tettnang) zumindest am langen Biathlon-Wettbewerb nicht teilnehmen. Wie schon im Vorwinter verzichtet Routinier Frank Höfle (Isny) auf den Start im Biathlon, um sich ganz auf die beiden Langläufe zu konzentrieren.

Unter der Leitung von Bundestrainer Werner Nauber (Sehmatal) bestreiten folgende deutsche Athleten die Rennen in Vuokatti: Verena Bentele (Post SV München/Tettnang, Michael Bentele (Post SV München/Tettnang), Willi Brem (Post SV München/Ketterschwang), Josef Giesen (VfL Herzlake/Herzlake), Frank Höfle (BSA Isny/Isny), Thomas Oelsner (WSV Oberhof/Oberhof).

INFORMATION FÜR DIE REDAKTIONEN:
Über die Ergebnisse der Rennen werden wir möglichst aktuell informieren. Resultate können auch im Internet unter www.nordski.de abgerufen werden.

Arno Schade
Pressesprecher
DBS-Abteilung Ski nordisch
12. Juli 2006
Herzlakener Treffer im Benefizspiel
Paralympic-Silbermedaillengewinner Josef Giesen und Nachwuchsathlet
Christian Holterhaus gegen Skispringer erfolgreich


Die Serie hat gehalten. Mit 6:5 (2:0) gewann die Skisprung-Nationalmannschaft am Samstag vor 2000 Zuschauern in Oberkirch
(Mittelbaden) das Benefiz-Fußballspiel gegen die nordische Behinderten-Skinationalmannschaft.

Mit drei Treffern in der Schlussphase zum zwischenzeitlichen 5:5 sorgten die beiden Herzlakener Behindertensportler Josef Giesen und Christian Holterhaus nach einem zwischenzeitlichen 1:5-Rückstand fast noch für einen Umschwung. Im neunten Vergleich seit 1997 blieben die Schützlinge des nach seiner Knieverletzung als Coach agierenden Bundestrainers Peter Rohwein damit ungeschlagen. 40.000 Euro wurden für den Förderverein des nordischen Behinderten-Skilaufs eingespielt.

Maßgeblichen Anteil am erneuten Erfolg hatte bei seinem offiziellen Ausstand im Kreis der Nationalmannschaft der im letzten Jahr vom Leistungssport zurückgetretene Sven Hannawald. Der Hinterzartener, schon bei der Pressekonferenz vor dem Spiel im augenzwinkernden, verbalen Duell mit der zweifachen Paralympicsiegerin Verena Bentele ("Ich hoffe meine Kollegen machen die Skispringer heute platt") in Bestform, war einsatzfreudig, zeigte spielerische Einlagen und traf drei Mal. Der frühere A-Kader-Springer Ronny Hornschuh (2) und der ansonsten sehr mannschaftsdienlich spielende Martin Schmitt (1) markierten die restlichen Treffer.

Für die Behinderten-Skiläufer trafen neben Giesen und Holterhaus die
Begleitläufer Ralph Schmidt und Michael Huhn. In dem vom ehemaligen
Zweitliga-Schiedsrichter Hans Wolf (Stuttgart) geleiteten mit vielen
Torchancen profitierten die Behindertenläufer zwar am Ende von
Konzentrationsschwächen in der gegnerischen Abwehr, erspielten sich über die gesamte Spielzeit aber reichlich Torchancen. An vielen gefährlichen Aktionen beteiligt war vor allem Christian Holterhaus, der für seine Alleingänge immer wieder viel Beifall erhielt. In der 14. Minute zielte er dabei ganz knapp am langen Pfosten vorbei und traf in der 32. Minute erstmals Aluminium. Nachdem er wenig später gefoult worden war, verschoss der ehemalige Nationaltrainer Olaf Gruhn den fälligen Elfmeter. Belohnt wurden die Leistungen von Christian Holterhaus durch die beiden Treffer zum 4:5 (62.) und 5:5 (66.), nachdem zuvor Josef Giesen mit einem Flachschuss aus sechs Metern das 3:5 (60.) erzielt hatte.

Am Abend feierten die Skisportler mit 1800 Fans bei einer Beachparty die "Nacht der Adler". Mitten drin der ehemalige Bundestrainer Reinhard Heß bei einem seiner ersten öffentlichen Auftritte nach seiner schweren Erkrankung. "Dass der Reinhard hier war, freut mich ganz besonders", so Josef Giesen, der seit den ersten Treffen engen telefonischen Kontakt zu Heß hält.
7. Juli 2006
Erstes Trainingslager nach den Paralympics

Die ersten Schritte in Richtung der Saison 2006/2007 hat Josef Giesen hinter sich. Der nordische Behinderten-Skiläufer aus Herzlake absolvierte Mitte Juni in Oberwiesenthal sein erstes Trainingslager nach den Paralympics in Turin.

„Es ist erstaunlich gut gelaufen“, berichtet der Biathlon-Silbermedaillengewinner von Pragelato, der durch die Auswirkungen einer Pollenallergie erst mit Verspätung in die Vorbereitung einsteigen konnte. In Oberwiesenthal stand unter der Regie von Bundestrainer Werner Nauber vor allem Techniktraining im Vordergrund. „Dadurch spare ich spürbar an Kraft, was sich auch bei den Bergläufern auf Skirollern bemerkbar machte. Auch der vom gesamten Kader geforderte Laufband- und Laktattest fiel angesichts der vorherigen Pause erfreulich aus.

„Mein Ziel für die kommende Saison ist der Verbleib im A-Kader“, blickt Josef Giesen auf den nach-paralympischen Winter voraus. Wegen der finanziell begründeten Absage der Weltmeisterschaft in Klosters (Schweiz) stehen voraussichtlich die Weltcup-Rennen im Mittelpunkt. Der Deutsche Behindertensportverband bemüht sich allerdings im Moment noch darum, eine Ersatz-WM in Oberwiesenthal zu organisieren.

In den kommenden Wochen geht Josef Giesen sportlich erst einmal fremd. Beim Triathlon in Sögel muss er am Wochenende 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und einen 5 Kilometer-Langlauf bewältigen. Danach wird der Herzlakener bei einem Sommerbiathlon auf Inlinern an den Start gehen.

Am Samstag, 8. Juli, steht um 17 Uhr in Oberkirch (Baden) das jährliche Benefizspiel der deutschen Behinderten-Skiläufer gegen die Skisprung-Nationalmannschaft auf dem Programm. Bei dem neunten Vergleich beider Mannschaften geht Josef Giesen wieder auf Torjagd, um den ersten Sieg der DBS-Mannschaft unter Dach und Fach zu bringen. Mit diesem Spiel und der anschließenden „Nacht der Adler“ in den Räumen der Winzergenossenschaft Oberkirch gibt der Olympiasieger und Gesamtsieger der Vierschanzentournee, Sven Hannawald, seinen offiziellen Ausstand aus der Skisprung-Nationalmannschaft. „Ich freue mich ganz besonders auf das mögliche Treffen mit Reinhard Hess“, so Josef Giesen. Der schwer erkrankte ehemalige Bundestrainer hat sein Kommen angekündigt, wenn es die Gesundheit erlaubt.
2. Mai 2006
Lorbeer für einen alten Bekannten
Biathlet Josef Giesen von Bundespräsident Horst Köhler geehrt

Von Jens Peter Dohmes
Berlin. Es begegneten sich zwei alte Bekannte: "So schnell trifft man
sich wieder", begrüßt Josef Giesen den Bundespräsidenten, als dieser ihm im festlich geschmückten Saal des renovierten Schloss Bellevue
gratuliert. Horst Köhler habe sich sehr über das Wiedersehen gefreut,
erzählt der Biathlet anschließend.

Bild vergrößern Im März hatten sich beide kennen gelernt — bei den Paralympics in Turin, bei denen der Herzlaker die Silbermedaille über 7,5 Kilometer gewann. Nun war er gestern mit 48 weiteren Medaillen-Gewinnern sowohl der olympischen Winterspiele als auch der Paralympics in den Berliner Amtssitz des

Bundespräsidenten geladen — zur Verleihung des "Silbernen Lorbeerblattes". Es ist die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik im Sport, und deshalb freute sich der 44-Jährige besonders: "Das ist eine sehr schöne Auszeichnung", sagt Giesen. Der contergangeschädigte Leistungssportler hatte am 13. März die Goldmedaille nur um Haaresbreite verpasst: Eine Sekunde fehlte schließlich zum Sieg. Für den Leistungssportler war dies bereits die zweite Ehrung mit dem Lorbeer. Erstmals erhielt er die Auszeichnung, die Bundespräsident Theodor Heuss 1950 gestiftet hatte, nach dem Gewinn der Goldmedaille in Salt Lake City — damals aus den Händen von Bundespräsident Johannes Rau. 1993 wurde das Lorbeerblatt erstmals in einer gemeinsamen Veranstaltung an Sportlerinnen mit und ohne Behinderung verliehen. Und so freut sich Giesen auch darüber, dass diese Veranstaltung beide Sportverbände näher zusammenführe. Köhler sagte, die Ehrung würdige nicht nur die Resultate der Medaillengewinner, sondern auch die besondere Sportpersönlichkeit insgesamt und Werte wie Fairness und Respekt.

Ob er bei den nächsten Olympischen Spielen dabei sein wird, weiß Giesen noch nicht: "Ich entscheide jetzt von Jahr zu Jahr, ob ich weitermache", sagt der 44-Jährige. Den nächsten Berlin-Besuch hat er bereits eingeplant: Im Herbst will er beim Inliner-Marathonrennen in der Hauptstadt unbedingt mitmachen.
14. März 2006
Die Silbermedaille die golden glänzt
Josef Giesen trotz knapper Entscheidung super glücklich

Von Jens Zimmermann
Das Emsland kann wieder feiern. Nach Gold in Salt Lake City 2002, gewann der Herzlaker Josef Giesen beim 7,5 Kilometer Biathlon bei den Paralympics in Turin die Silbermedaille. Lediglich eine Sekunde fehlte am Ende zu Gold.

Josef Giesen stand im Zielraum und strahlte mit der Sonne um die Wette. Soeben wurde er vom Russen Rustam Garifoullin um die Winzigkeit von einer Sekunde auf Platz zwei verdrängt, doch der sympathische Emsländer war dennoch super glücklich. Freundschaftlich drückte er den Sieger an seine Brust und ließ ihn hochleben. Keine Spur von Enttäuschung.

„Ich freue mich super über Silber. Das ist einfach sensationell“, jubelte der contergangeschädigte Biathlet. „Das Training hat sich bezahlt gemacht, jede Sekunde, jede Minute, jeder Tag!“

Gleich den ersten von zehn Schüssen setzte der Titelverteidiger vorbei, im Nachhinein sehr ärgerlich. Die darauffolgenden neun Patronen verfehlten ihr Ziel aber nicht. Nach 2,5 Kilometer lag Giesen noch auf Platz 3, arbeitete sich bis zur zweiten Zwischenzeit aber bereits auf Rang zwei vor. Es folgte ein Kopf an Kopf Rennen, das Giesen sowie die deutschen Trainer und Betreuer gleichermaßen forderte. An allen wichtigen Streckenabschnitten standen die Verantwortlichen der deutschen Nationalmannschaft und trieben Giesen nach vorne. Der Emsländer gab alles und kam schließlich mit Bestzeit ins Ziel. Die Zeit von 21:18,7 leuchtete ganz oben von der Anzeigentafel. Giesen wartete 10 Meter hinter der Ziellinie auf seinen ärgsten Widersacher. Als Rustam Garifoullin auf die Zielgerade einbog konnte der Herzlaker fast nicht mehr hinschauen. Der Russe kämpfte bis zur völligen Erschöpfung und es reichte. 21:17,7 Minuten, eine Sekunde schneller als Giesen. „Die Silbermedaille glänzt golden für mich“, unterstreicht Giesen. „Heute Abend wird richtig gefeiert!“ Davor stand aber noch ein Interviewmarathon für den überglücklichen Medaillengewinner auf dem Programm. ARD, ZDF, Radio, Agenturen, ausländische Pressevertreter – Giesen war ein gefragter Mann.

Für Josef Giesen enden damit die Paralympics in Turin. Auf die abschließenden Rennen über 10 und 20 Kilometer in der klassischen Technik verzichtet der 44 Jährige. „Die ganze Saison habe ich fast ausschließlich auf die Skating-Rennen trainiert, da macht es keinen Sinn bei diesen Wettbewerben zu starten“, betonte er.

11. März 2006
Das schwarze Gold führte nicht zu Edelmetall
Fünf Schießfehler kosten Josef Giesen bei Paralympics eine Medaille

Von Jens Zimmermann
Der Auftakt bei den IV. Winter Paralympics in Turin ging für Josef Giesen voll daneben. Fünf Schießfehler kosteten den Herzlaker beim 12,5 Kilometer Biathlonrennen eine Medaille. Als Achter blieb er hinter den Erwartungen zurück.

Wechselnde Winde machten am Samstag die Schießeinlagen zur Lotterie. Im Minutentakt zogen die Windböen aus wechselnden Richtungen durch das Tal von Chisone. Josef Giesen kam mit diesen Bedingungen ebenso wenig zurecht wie sein mitfavorisierter Teamkollege Thomas Oelsner (Oberhof). Der Thüringer setzte gleich acht Schüsse neben das Ziel, Giesen zielte achtmal daneben.

„Sicherlich waren die Verhältnisse heute sehr schwierig, doch fünf Fehler dürfen dennoch nicht passieren“, so Giesen selbstkritisch.
Bis zum letzten Schiessen lag der gelernte Technische Zeichner sogar noch auf Medaillenkurs. Jeweils ein Fehler unterlief ihm bei den ersten drei Anschlägen. Gespannt verfolgten die vielen deutschen Fans in Pragelato Plan die vierte Schießübung. Zweimal fand die Patrone den Weg nicht ins Ziel, zwei Strafminuten - der Medaillentraum war geplatzt.
Enttäuscht und erschöpft stand Giesen nach dem Wettkampf im Zielraum und gab den zahlreichen mitgereisten deutschen Journalisten geduldig Interview um Interview. „Ich habe schon immer gesagt, der beste soll gewinnen. Ich war es heute leider nicht“. Der schnellste an diesem Tag war der Russe Rustam Garifoullin (40:18,7 / 4 Fehler) , der mit seinem Mannschaftskollegen Alfis Makamedinov (40:54,4 / 2) einen Doppelsieg feierte. Dritter wurde der Norweger Nils Erik Ulset.

Das „schwarze Gold“, wie der im Mannschaftshotel der deutschen oft gereichte Trüffel, eine der Köstlichkeiten des Piemont auch genannt wird, hatte für Giesen somit nicht zu Edelmetall geführt. „Am Dienstag steht der Sprint an. Ich hoffe, dass es dann für mich besser läuft“, so der Emsländer zuversichtlich.

Einen Achtungserfolg landete Giesen über fünf Kilometer in der klassischen Technik. Ein hervorragender achter Platz ließ den sympathischen Herzlaker mit der Sonne um die Wette strahlen. „Heute ist es wirklich perfekt gegangen. Im letzten Drittel konnte ich noch mal zulegen, das war super“, so Giesen im Ziel. Mit 13:13,1 Minuten lag der contergangeschädigte Wintersportler lediglich 36,9 Sekunden hinter dem Sieger, Steve Cook (USA). „Die Laufform stimmt mich zuversichtlich für den Biathlonsprint“, analysierte Giesen.

10. März 2006
Mit Trüffel alle Treffer ins Schwarze setzen
Josef Giesen heute mit erstem Start bei den Paralympics in Turin

Von Jens Zimmermann
Dreizehn Tage nach Beendigung der Olympischen Spiele beginnen heute in Turin die Wettkämpfe der 9. Paralympics, der Winterspiele der Körperbehinderten. Für den Herzlaker Josef Giesen starten seine dritten Spiele mit dem Wettbewerb über 12,5 Kilometer Biathlon.

Trüffel, Wildschwein, Hase – alle Köstlichkeiten die die Region Piemont hergibt werden im Hotel der deutschen Mannschaft aufgetischt. Nicht im Paralympischen Dorf in Sestriere, sondern in Pragelato Plan, im Hotel & Resort Pragelato Village, 200 Meter entfernt vom Langlaufstadion, sind die deutschen Langläufer und Biathleten untergebracht. „Absolut perfekt“, urteilt Josef Giesen, der sich mit seinen Team-Kollegen Harald Thauer und Jörg Baldauf ein Appartement teilt. Der große Höhenunterschied war einer der Gründe für das separate Quartier der nordischen Skisportler. Rund 400 Höhenmeter liegen zwischen Sestriere und Pragelato, „zu viel um einwandfreie Leistungen zu garantieren“, erklärt Giesen. Die Strecken in Pragelato, auf denen vor vier Wochen noch die Langläufer um Tobias Angerer und Claudia Künzel, sowie die Nordischen Kombinierer um Georg Hettich um Medaillen kämpften, sind perfekt präpariert. Optimal ist auch der Schießstand vorbereitet. Die italienischen Helfer geben sich sehr viel Mühe um einwandfreie Gastgeber zu sein.

Die Bedingungen passen also, nur der Wind macht den Athleten noch etwas Sorge. „Das könnte zur Lotterie werden“, befürchtet Giesen. Das Tal von Chisone ist bekannt für seine Windanfälligkeit, das haben bei den Olympischen Spielen auch schon die Skispringer erfahren, die ebenfalls in Pragelato ihre Wettkämpfe ausgetragen hatten. Giesen ist als sehr sicherer Schütze bekannt. Sein Material ist genau auf seine Bedürfnisse abgestimmt. „Das passt zu Hundertprozent“, unterstreicht der Paralympicsieger von Salt Lake City.

Der Biathlon-Wettbewerb über 12,5 Kilometer erlebt bei den Spielen in Italien seine Premiere. In Salt Lake City 2002 wurde nur ein Biathlon über 7,5 Kilometer durchgeführt. Bei der Weltmeisterschaft 2003 in Baiersbronn (Schwarzwald) wurde die zweite Biathlonstrecke in den Rennkalender aufgenommen. Gold gewann damals Josef Giesen.
Der 44jährige Herzlaker gilt auch beim heutigen Rennen als einer der Medaillenfavoriten. „Mit diesem Druck muss ich leben, das ist aber kein Problem“, so Giesen. Zu seinen stärksten Konkurrenten zählen sein Teamkamerad Thomas Oelsner (Oberhof) und der Russe Valeriy Darovskykh, amtierender Weltmeister über diese Distanz.
Ab 13 Uhr geht die stehende Klasse der Männer auf die Strecke. Vielleicht helfen Josef Giesen ja die Trüffel um alle Schüsse ins Schwarze zu setzen.
31. Januar 2006
Leistenprobleme statt Geburtstagsgeschenk

Ohne seine Spezialdisziplin Biathlon gingen am Wochenende für Josef
Giesen (Herzlake) die Weltcup-Wettbewerbe im norwegischen Lillehammer über die Bühne.

"Die drei Rennen waren in erster Linie ein gutes Training unter
Wettbewerbsbedingungen für die Paralympics in Turin", ordnete Giesen die Veranstaltung im Olympiaort von 1994 ein. Unter ungünstigen Vorzeichen stand für den Contergangeschädigten der Auftaktwettbewerb über 5 Kilometer. "Da ich mich ganz auf den Biathlon konzentriere, habe ich kaum im klassischen Stil trainiert", erläuterte Giesen seine Probleme.
Prompt erhielt er einen Tag nach seinem 44. Geburtstag kein
nachträgliches Geschenk, sondern handelte sich starke Leistenprobleme
ein. "Meine Vorbereitungen auf die Paralympics werden dadurch aber nicht gestört und laufen planmäßig weiter", betonte Giesen. In 15:54,0 Min. kam der Emsländer 2:26,2 min hinter dem Tagessieger und
Weltcup-Führenden Kjartan Haugen (Norwegen) als 24. ins Ziel.

Den Einzug in die Finalrunde der stehenden Männerklasse verpasste Josef Giesen danach im Langlaufsprint, nachdem er im Prolog mit 3:19,5 Min. den 17. Platz belegte. Einen versöhnlichen Abschluss feierte Giesen im 20 Kilometer-Langstreckenrennen im Freien Stil. Auf einer schweren Strecke rund um das Birkebeineren-Skistadion kam er in 53:34,3 min unmittelbar vor dem Oberstdorfer Harald Thauer (53:44,3) auf Rang 18. In der Weltcup-Gesamtwertung belegt er mit 34 Punkten den 24. Platz. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Die Erfolge in Lillehammer werden uns mit Blick auf die Paralympics weiteren Auftrieb geben" kommentierte Bundestrainer Werner Nauber die Platzierungen seiner Schützlinge. Besonders beeindrucken konnte einmal mehr Verena Bentele (Tettnang) mit zwei Siegen und einem dritten Platz in der Blinden/Sehbehinderten-Klasse. Bei den Herren überzeugte vor allem der sehbehinderte Frank Höfle (Isny), der nach zwei zweiten Plätzen am Schlusstag erstmals nach langer Zeit seinen kanadischen Dauerrivalen Brian McKeever im Langstreckenrennen deutlich hinter sich lassen konnte.

Ein letzter Leistungstest vor den Paralympischen Rennen vom 10. bis 19.
März in Pragelato sind die zum Europacup zählenden internationalen
Deutschen Meisterschaften vom 10. bis 12. Februar in Isny. Im Allgäu
steht zur Freude von Josef Giesen am Samstag auch ein Biathlon-Sprintrennen über 7,5 Kilometer auf dem Programm.
3. Januar 2006
Qualifikation für Turin geschafft

Mit dem Sieg im ersten Weltcuprennen der Saison 2005/2006 löste Josef
Giesen aus Herzlake gleichzeitig sein Ticket für die Paralympics in Turin.

Beim Biathlon-Langstreckenrennen in Val di Fiemme setzte sich der Behinderten-Langläufer in der stehenden Männerklasse mit einem
hauchdünnen Vorsprung gegenüber dem Russen Rustam Garifullin durch.

Bei beinahe idealen äußeren Bedingungen leistete sich der amtierende
Vizeweltmeister lediglich im letzten Schuss der ersten Fünfer-Serie eine
"Fahrkarte". Durch eine stark verbesserte Laufleistung hielt er auf der
12,5 Kilometer-Strecke in der Gesamtzeit von 42:55,87 Minuten
schließlich Rustam Garifullin (42:56,52) und den drittplatzierten
Norweger Nils-Erik Ulset (44:08,22 min) nieder. Die Plätze vier und fünf
belegten mit Thomas Oelsner (Oberhof) und Harald Thauer
(Oberstdorf) zwei weitere Deutsche.

"Vor allem in der Lauftechnik habe ich mich in diesem Winter noch einmal stark verbessert. Das verdanke ich in erster Linie den Hinweisen und Trainingsplänen von Werner Nauber", sprach der Herzlakener nach dem Rennen dem seit dem 1. Juli amtierenden neuen Bundestrainer ein
besonderes Lob aus. Am Tag danach war Josef Giesen daher auch im
Biathlon-Sprint schnell unterwegs, hatte bei wechselnden und teilweise
böigen Winden aber Pech auf dem Schießstand. Giesen: "Da ich bei
aufkommenden Wind von rechts nicht an der Optik meiner Waffe drehen
kann, ging die erste Serie daneben." Vier von fünf Schüssen verfehlten
das Ziel und die entsprechenden Strafrunden warfen ihn bereits
entscheidend zurück. Nachdem die Betreuer auf seinen Hinweis reagierten, ging beim zweiten Schießen nur noch ein Versuch vorbei. So blieb am Ende Platz sieben im kurzen Biathlon, mit dem Giesen angesichts der Umstände zufrieden war. Zum Langlauf-Rennen über die Mittelstrecken zum Abschluss der Weltcup-Wettbewerbe in Val di Fiemme trat er nicht mehr an. "Ich werde mich in diesem Winter ohnehin ganz auf die beiden Biathlon-Wettbewerbe konzentrieren; im Langlauf habe ich im klassischen Stil einfach keine Chance", sieht der Emsländer seine augenblickliche Situation realistisch.

Er wird sich nach der erfolgreichen Qualifikation für die vom 10. bis 19. März stattfindenden Paralympics jetzt im Trainingsaufbau ganz auf die Rennen in Pragelato vorbereiten. "Ruhig weiter trainieren und gesund bleiben" ist sein sportlicher Vorsatz zur Jahreswende.

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